COVID19 Coronaviren Pandemic

Coronaviren – Die Gesundheitssysteme International

Coronaviren – Die Gesundheitssysteme International

Italien

Italien meldet mit Stand vom 18.3.2020 insgesamt 35.713 Coronavirus-Fälle. Bereits wieder gesund sind 4.025 Patienten. Insgesamt 2.978 Patienten sind verstorben. Die veröffentlichte Zahl der Todesfälle stieg dramatisch, da diese Toten die üblichen Sterbefälle pro Tag in Italien um 20 bis 40 Prozent erhöhen. Die daraus abgeleitete Sterblichkeitsrate ist aber beeinflusst davon, dass in Italien überwiegend Krankenhauspatienten auf Coronaviren getestet werden, auch nach dem Ableben.

Die Krise des Gesundheitssystems in Italien ist Folge der Bankenrettung nach der Finanzkrise. Dass dafür Krankenhäuser geopfert wurden, wird jetzt zur Gefahr: das Gesundheitssystem in Italien ist der aktuellen Herausforderung nicht gewachsen. Die regional unterschiedliche Verteilung der Krankheitszahlen bringt zudem eine regionale Ungleichverteilung der Belastungen mit sich. Ärztinnen, Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger kommen in eine unerträgliche Lage.

Trotz der Tragik dieser Situation soll ein Vergleich mit dem normalen Sterbegeschehen in Italien erfolgen, um die Sterbefälle durch Coronaviren besser einschätzen zu können. Jeden Tag sterben in Italien etwa 1.950 Menschen und davon 700 an Herz-Kreislauferkrankungen, 490 durch Krebs und 140 an Krankheiten des Atmungssystems. Lungenentzündungen verursachen täglich etwa 60 und, über im Jahreszeitraum, etwa 22.500 Todesfälle. Die Coronaviren-Infektionen steigern die schweren Lungenentzündungen um das Fünf- bis Zehnfache des Üblichen und haben, nach dem Monitor, zu zusätzlich etwa 350 Todesfällen täglich geführt. Davon entfallen zwei Drittel auf Norditalien mit Mailand als Zentrum. (Die aktuellen Daten aus Italien machen aber nicht eindeutig transparent, ob die täglichen Sterbefälle im ganzen Land jetzt deutlich über 2.000 liegen.)

Zurzeit ist nicht abzusehen, wann ein Rückgang der bisher täglich steigenden Zahlen für Infektionen und Todesfälle eintreten wird.

Südkorea

Südkorea hat 50 Millionen Einwohner. Ähnlich und früher betroffen als Italien, verzeichnete Südkorea am 18.3.2020 insgesamt aber nur 8.413 Coronavirus-Fälle, 1.540 bereits wieder gesunde Patienten und 84 Todesfälle. Südkorea setzte auf Information der Bevölkerung, viele und leicht zugängliche Virentests und auf schnelle Entscheidungen bei vorhandenen Infektionen. Das soziale Leben wurde nicht komplett unterbunden, Ausgangssperren unterblieben. Die Menschen hielten sich in Südkorea aus eigenem Antrieb an die Regeln der Rücksichtnahme, der Vorsicht und der allgemeinen Hygiene. Jetzt nehmen die Neuinfektionen ab. (Die flächendeckenden Testkapazitäten sind eine Folge der SARS-assoziierten Coronavirus-Pandemie 2002/2003 in Asien. Mehr als 500 Testkliniken darunter 40 Drive-in-Stationen, haben schnelle und allgemein verfügbare Untersuchungen ermöglicht. Die konsequente Früherkennung infizierter Personen hat auch geholfen, die Krankheit schnell zu behandeln und Todesfälle zu senken.

Weltweit

Weltweit sind gegenwärtig 219.427 Menschen mit dem COVID19-Virus infiziert (Stand vom 19.3.2020). Die Zahl umfasst die bestätigten Messungen. Fachleute gehen aber davon aus, dass in den einzelnen Ländern etwa 10-mal mehr Menschen symptomfrei oder nur mit leichten Beschwerden infiziert, und daher nicht getestet wurden. Wieder gesund geworden sind, lt. Johns Hopkins University, nach einer Coronaviren-Erkrankung über 86.675 Personen. Am Coronavirus gestorben sind bisher weltweit 9.829 Menschen.

Die Coronaviren-Pandemie verursachte in Europa insgesamt 82.869 bestätigte Infektionen und 8.848 Todesfälle. Vermutlich sind, wegen der gering ausgeprägten Beschwerden, schätzungsweise 600.000 bis 900.000 Menschen infiziert.

 

Coronaviren-Pandemie im Vergleich zu Tuberkulose und HIV

Tuberkulose ist immer noch die weltweit häufigste zum Tode führende bakterielle Infektionskrankheit. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jeden Tag mehr als 20.000 Menschen an einer Tuberkulose, 5.000 sterben täglich daran. Die Hauptlast der Erkrankungen betrifft Afrika, in den Regionen südlich der Sahara, und Asien (u.a. Indien und China). Auf Europa entfallen schätzungsweise nur 5% aller weltweit auftretenden Tuberkulose-Neuerkrankungen. Das sind dann etwa 450.000 Infektionen und 70.000 Todesfälle pro Jahr. Damit ist auch in Europa die Tuberkulose die bedeutsamste Infektionskrankheit. Die Häufigkeit der Tuberkulose ist innerhalb Europas sehr unterschiedlich und zeigt ein deutliches Ost-West-Gefälle mit vergleichsweise hohen Neuerkrankungszahlen in den osteuropäischen Ländern.

 

Ende 2018 lebten weltweit 37,9 Millionen Menschen mit HIV und neu in diesem Jahr infizierten sich 1,7 Millionen Menschen. In diesem Jahr starben 770.000 Menschen im Zusammenhang mit ihrer HIV-Infektion. In Deutschland starben 2018 440 an HIV 440 bis 460 Patienten. Das jährliche Sterben durch Tuberkulose oder das Aids-Virus übersteigt bei Weitem die Zahl der Opfer des Coronavirus.

 

Coronaviren-Pandemie im Vergleich zur Virusgrippe (Influenza)

  • Die „Spanische Grippe“ (Influenzavirus A/H1N1) führte von 1918 bis 1920 weltweit zu 20 bis 50 Millionen Todesfällen.
  • Von 1957 bis 1958 verursachte die „Asiatische Grippe“ (Influenzavirus A/H2N2) eine bis vier Millionen Tote. In Deutschland starben daran 29.000 Menschen.
  • Von 1968 bis 1970 ging die „Hongkong-Grippe“ (Influenzavirus A/H3N2) mit ein bis vier Millionen Todesfällen einher. In Deutschland starben daran 30.000 Menschen.
  • Die „Russische Grippe“ (Influenzavirus A/H1N1) tötete 1977 und 1978 weltweit 700.000 Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche.
  • Die „Vogel-Grippe“ (Influenzavirus A/H5N1) führte von 2004 bis 2016 weltweit zu 450 Todesfällen und die Schweine-Grippe von 2009 bis 2010 ging mit 100.000 bis 400.000 Toten einher. In Deutschland starben dadurch 258 Menschen.

 

  • Coronaviren verursachten die SARS-CoV-Pandemie von 2002 und 2003, an der 774 Menschen verstarben. Diese erste Pandemie des 21. Jahrhunderts wurde zum Medienereignis und beängstigte die Menschen weltweit und vor allem auch in Europa. Außerhalb Asiens starben dabei 45 infizierte Menschen.
  • Die MERS-CoV-Grippe forderte zehn Jahre später über 850 Todesfälle.

 

Die Virusgrippe geht in Deutschland jährlich mit mehreren tausend Todesfällen einher, vor bedingt durch Lungenentzündung ( 1995/96 etwa 30.000, für 2012/2013 etwa 29.000 und für 2017/2018 etwa 25.000 zusätzliche Todesfälle). In Deutschland haben wir in der kalten Jahreszeit jährlich „Grippewellen“ mit unterschiedlicher Ausbreitung und Schwere, an denen verschiedene Viren, auch Coronaviren, beteiligt sind. (Die Influenza wird durch Influenzaviren verursacht, Erkältungen oder „grippale Infekte“ dagegen werden von zahlreichen Erregern verursacht. ) Influenzaviren verändern sich ständig. Daher kann man sich im Laufe seines Lebens öfter mit Grippe anstecken und erkranken. Grippe Impfstoff muss daher jedes Jahr neu angepasst werden, und eine jährliche Impfung ist sinnvoll.

 

Coronaviren-Pandemie: Schlussfolgerungen

  1. Viren gehören zum Umfeld des Menschen. Manche befallen den Menschen, und manche, die Menschen befallen, machen ihn krank.
  2. Eine gesunde Abwehr reagiert schnell und bekämpft die Eindringlinge oft mit Erfolg.
  3. Viren, die vom Tier auf den Menschen übergehen kommen regelmäßig vor.
  4. Das Coronavirus COVID 19 (oder SARS-CoV-2) wird wie die Grippeviren in unserer Umgebung verbleiben. Wir werden künftig ein weiteres Erkältungsvirus haben und unser Immunsystem wird damit so gelassen umgehen wie mit den bisherigen Erkältungsviren.
  5. Mit der Zeit und mit einer fortschreitenden Immunisierung vieler Menschen wird die Gefährlichkeit der Coronaviren.
  6. Die SARS- und MERS-Epidemien sorgten 2003 und 2012 für große öffentliche Aufmerksamkeit und Beunruhigung. Die Familie der Coronaviren ist seit den 60er Jahren Fachleuten bekannt, und etliche Vertreter zirkulieren seit Jahren als Erkältungsviren in der Bevölkerung.
  7. Wir wissen aber noch nicht, wie lange der derzeitige Ausbruch der Coronaviren anhalten wird, bis er vierzig bis siebzig Prozent der für die Viren empfänglichen Bevölkerungen infiziert und immunisiert hat.
  8. An diesem Virus werden auch zukünftig hochbetagte, beeinträchtigte und hinfällige Menschen sterben, so wie an Lungenentzündungen und allgemeinem Organversagen auch bisher schon. (Mit 80 bis 100 Todesfällen täglich in Deutschland sind sie Bestandteil der normalen und natürlichen Sterblichkeit.)
  9. Die COVID19-Coronaviren sind anders und gefährlicher ist als herkömmliche Erreger grippaler Infekte, aber auch weniger tödlich als die Coronaviren SARS-CoV in den Jahren 2002/2003 und MERS-CoV in 2012/2013.
  10. Die Wirtschaft, Bewusstsein und soziale Beziehungen werden sich durch die Pandemie nachhaltig verändern. Die Coronaviren-Pandemie zeigt die hohe Anfälligkeit global vernetzter Systeme und unsere Abhängigkeit von anderen Menschen.

 

Quellen:

Huber, Ellis: Das Virus, die Menschen und das Leben – Das Corona Virus im Vergleich zur alltäglichen Gesundheitsversorgung Ellis Huber, Internet, gesehen am 18.3.2020

Robert-Koch-Institut: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

Statistisches Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html)

Worldometers https://www.worldometers.info/coronavirus/

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.