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Brustkrebs – Ursachen

Über die Ursachen von Brustkrebs herrscht noch weitgehend Ungewissheit. Klar ist allerdings, dass die Umwandlung einer einzigen normalen Zelle zu einer bösartigen den Krebs entstehen lässt. Diese Veränderung führt dazu, dass diese Zelle sich ungehindert teilt, bis schließlich viele Millionen Zellen eine Geschwulst bilden. 

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 168 unter 100.000 Frauen und etwa 2 unter 100.000 Männern an Brustkrebs. Mit etwa 69.700 Erkrankungen insgesamt ist Brustkrebs in Deutschland bei Frauen die häufigste Krebserkrankung. Im Mittel sind Betroffene bei der Erkrankung 64 Jahren alt. 

Brustkrebs – Ursachen: Die Frage nach dem Warum 

Diese Frage drängt sich unmittelbar vielen Krebskranken auf. Zu verstehen, warum man erkrankt ist, und was man eventuell tun kann, damit die Erkrankung nicht erneut auftritt, beschäftigt viele Betroffene. Viele Menschen, die an Krebs erkranken, fragen sich: „Warum habe ausgerechnet ich Krebs?“ oder: „Was habe ich falsch gemacht?“ 

Häufig kommt es in diesem Zusammenhang auch zu Schuldvorwürfen, z. B. »Hätte ich doch mehr auf mich geachtet«, »Hätte ich doch mehr für meine Gesundheit getan« oder »Hätte ich nicht immer alles in mich hineingefressen« sind typische Erklärungen nach dem Warum. Es kann auch vorkommen, dass die Ursache bei anderen gesucht wird, z.B. beim Partner oder der Arbeit oder dass Betroffene von ihrem Umfeld Vorwürfe bekommen. 

An Brustkrebs zu erkranken, ist aber keine Frage der „Schuld“ oder Folge falschen Handelns. Brustkrebs ist eine Krankheit.

Brustkrebs – Ursachen: Hormone

Einige Risikofaktoren sind bereits bekannt: zum Beispiel die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron, die zur Hormonersatztherapie während der Wechseljahre oder danach eingesetzt werden die Entstehung von Brust- krebs begünstigen können. 

Brustkrebs – Ursachen: Ernährung und Übergewicht 

Aber auch der individuelle, Lebensstil und Umwelteinflüsse können die Entstehung von Brustkrebs beeinflussen. 

Dazu gehören unsere Lebensmittel – also was wir essen und wie viel. Schädlich kann beispielsweise eine fettreiche Ernährung sein. Übergewicht und zu wenig Bewegung – besonders nach den Wechseljahren – erhöhen das Risiko. 

Brustkrebs – Ursachen: Risikofaktor Alkohol 

Auch Alkohol ist ein Risikofaktor: Er steigert das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Bei einer Frau, die zum Beispiel täglich 25 Gramm Alkohol trinkt (enthalten in 0,3 l Wein oder 0,6 l Bier), erhöht sich das Brustkrebsrisiko um 1/3 des allgemeinen Risikos, bei 100 g konsumiertem Alkohol erhöht es sich um fast das Dreifache. Ursache ist vermutlich das Acetaldehyd, das beim Abbau aus dem reinen Alkohol im Körper entsteht und krebserregend wirkt. 

Für die krebserregende Wirkung ist aber vermutlich nicht nur der Alkohol selbst verantwortlich. Er beeinflusst nämlich auch die weiblichen Hormone, besonders erhöht er Östrogen. 

Brustkrebs – Ursachen: Gene

In manchen Fällen kann eine erbliche Belastung für Brustkrebs vorliegen. Frauen, auf die das zutrifft, sind jünger, wenn die Krankheit ausbricht. Regelmäßig sind mehrere Familienmitglieder auf der mütterlichen Seite betroffen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Brustkrebserkrankungen liegt eine solche erbliche Belastung zugrunde. 

Brustkrebs – Ursachen: Andere

  • Daneben sind als weitere Risikofaktoren bekannt: Diabetes Typ II und Rauchen. 
  • Auch ein dichtes Brustgewebe, bestimmte Hormontherapien und Bestrahlungen des Brustkorbes in der Kindheit gehören dazu.
  • Ob eine Frau Kinder bekommen hat und wie viele, ob und wie lang diese gestillt wurden und wann eine Frau die erste und letzte Menstruation hatte, all das spielt ebenfalls eine Rolle. 

Brustkrebs – Ursachen: Psyche

Eine Krebserkrankung trifft die meisten Menschen unerwartet und unvorbereitet. In der Regel wollen wir Erklärungen für Ereignisse, die uns unvorhergesehen treffen und quälen. Wer in einer so belastenden Situation wie einer Krebserkrankung, nicht am Sinn seines Lebens zweifelt, scheint diese besser zu bewältigen. Das Kohärenzgefühl beinhaltet unser Gefühl, 

  • die Situation verstehen zu können
  • die Situation meistern zu können und
  • in der Situation. Bedeutsamkeit und einen Sinn finden zu können.

Brustkrebs – Ursachen: Vermutungen der Betroffenen 

Eine Vielzahl von Literatur befasst sich mit dem Thema »Krebs und Psyche«. Als Merkmale der sogenannten „Krebspersönlichkeit“ wurden

  • Nachgiebigkeit, 
  • Angepasstheit, 
  • Unterwürfigkeit, 
  • Selbstverleugnung, 
  • Depressivität, 
  • Harmoniestreben, 
  • unterdrückte Gefühle
  • Angst vor Alleinsein aufgezählt. 

Wissenschaftlich hat sich der vermutete Zusammenhang dieser Merkmale mit dem Krebsrisiko als absolut haltlos erwiesen. 

Auch Stress als direkte Ursache von Krebs ist ein weit verbreiteter Mythos ohne wissenschaftliche Grundlage. 

Dennoch vermuten viele Erkrankte als Hintergrund ihrer Erkrankung psychische Ursachen. Dieser Wunsch der Betroffenen, die Krebserkrankung psychologisch erklären zu können, ist nachvollziehbar. Wenn wir Erklärungen finden, steigt unser Gefühl von Kontrolle und Einflussnahme. Natürlich kann es auch sein, dass anhaltender Stress oder länger dauernde Depressionen Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel begünstigen. Allerdings wird der Einfluss psychischer Faktoren von Betroffenen häufig überschätzt und überwiegend für die Krebsentstehung verantwortlich gemacht. 

Aber aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Beweise für einen direkten Zusammenhang zwischen Krebsentstehung und psychischen Faktoren. 

Sind Sie selbst erkrankt oder als Angehörige betroffen? Vermuten Sie, dass Sie selbst Schuld sind an der Krebserkrankung?

Beantworten Sie sich doch die folgenden Fragen: 

  • Sie sagen, weil Sie nie auf sich geachtet haben, sind Sie jetzt an Krebs erkrankt. Was bedeutet das für Sie? Für die weitere Behandlung? Für den weiteren Verlauf der Erkrankung? 
  • Gibt es – aus Ihrer Sicht – noch weitere Ursachen für die Entstehung von Krebs?
  • Was weiß man aus der Wissenschaft?
  • Warum erkranken Kinder an Krebs? Haben Kinder auch schon »etwas falsch« gemacht? 

Fazit 

Wir müssen erkennen, dass Krebs ein medizinischer Zustand – eine Krankheit – ist, in den wir geraten können, und keine Bestrafung für eine Verfehlung, Schwäche oder Schuld. 

Für Sie besteht ein erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, … 

  • wenn Sie älter als 50 Jahre sind (Im Alter steigt das Risiko an Krebs zu erkranken bei uns allen an.) 
  • wenn Mutter oder Schwestern bereits Brustkrebs hatten 
  • wenn Sie selbst schon früher an Brustkrebs erkrankt waren 
  • wenn Sie eine bestimmte Art der Veränderung des Drüsengewebes haben (atypisch proliferierende Mastopathie). Dies ist anzunehmen, 
    • wenn Beim Abtasten eine besonders knotige Brustdrüsenveränderung festgestellt wurde 
    • In der Mammographie zahlreiche Mikroverkalkungen gefunden worden sind oder
    • Eine Gewebeprobe ein erhöhtes Entartungsrisiko ergeben hat 
  • bei einer Hormonersatztherapie
  • bei Übergewicht
  • bei Bewegungsmangel
  • wenn als Frau mehr als 10 Gramm Alkohol pro Tag (enthalten in 125 ml Wein oder 250 ml Bier) trinken
  • wenn Sie aktiv oder passiv rauchen. 

Ihr persönlicher Beitrag 

Trifft auf Sie einer der oben genannten Risikofaktoren zu oder sogar mehrere, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass Sie erkranken werden. Es scheint aber sinnvoll, Ihr persönliches Risiko bei der Entscheidung, ob Sie an einer Früherkennungsuntersuchung teilnehmen möchten oder nicht, zu berücksichtigen.

Sie können selbst dazu beitragen, dass sich Ihr persönliches Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, verringert: 

  • Bewegen Sie sich regelmäßig, 
  • achten Sie auf ein normales Körpergewicht, 
  • trinken Sie wenig Alkohol und 
  • rauchen Sie nicht. 

Übrigens: Auch Männer können an Brustkrebs erkranken. Besonders gefährdet sind Männer aus Familien, in denen Brustkrebs aufgetreten ist. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts erkranken jährlich etwa 600 Männer in Deutschland neu an Brustkrebs. 

Quellen:

Diegelmann, C., Isermann, M., Zimmermann, T.: Therapie-Tools Psychoonkologie. Beltz, Weinheim 2020.

Stiftung Deutsche Krebshilfe (Hrsg.): Die blauen Ratgeber. Brustkrebs. Antworten. Hilfen. Perspektiven. https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/infothek/

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