Der blaue Umschlag
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Auf dieser Seite geht es nur um den blauen Umschlag aus dem Artikel: Blauer Umschlag bei Autismus: Skript fürs Handschuhfach für autistische und AuDHS-Autofahrer
Der blaue Umschlag zum Ausdrucken
Anleitung und Vorlagen für autistische und AuDHS-Autofahrer. Ausdrucken, ausfüllen, in einen blauen Umschlag oder eine blaue Klarsichthülle legen und griffbereit ins Handschuhfach.
So stellen Sie den Umschlag zusammen
Nehmen Sie einen blauen Umschlag im Format C6 oder DIN lang, ersatzweise eine blaue Klarsichthülle. Die Farbe hilft Ihnen, ihn im Handschuhfach sofort zu finden.
Beschriften Sie die Außenseite mit dem unten stehenden Aufdruck. Legen Sie die vier Karten und Ihre Papiere hinein.
Legen Sie den Umschlag ins Handschuhfach, immer an denselben Platz.
Sagen Sie Familie und Freunden, die Ihr Auto fahren, wo der Umschlag liegt und wofür er da ist.
Tauschen Sie den Inhalt aus, sobald Sie einen neuen Führerschein, eine neue Zulassungsbescheinigung oder ein neues Rezept bekommen.
Wichtig: In Deutschland ist der blaue Umschlag kein offizielles Dokument. Die Polizei kennt ihn nicht. Er ist Ihr persönliches Hilfsmittel, das die Papiere ordnet und in klarer Sprache erklärt, was los ist.
Aufdruck für die Außenseite des Umschlags
Es gibt zwei Varianten. Der Unterschied ist nur einer: ob die Diagnose außen steht oder nicht.
Der Aufdruck ist für jeden lesbar, der das Handschuhfach öffnet, also auch für die Werkstatt, für Mitfahrer, bei einer Panne oder beim Verkauf des Wagens. Die Diagnose offenzulegen ist freiwillig, und sie außen zu nennen ist eine weitergehende Entscheidung als sie in der Kontrolle selbst zu nennen. Wählen Sie in Ruhe, bevor Sie drucken.
Variante A: mit Diagnose
BLAUER UMSCHLAG
Unterstützung bei der Kommunikation während einer Verkehrskontrolle. Der Halter dieses Fahrzeugs ist Autist. Bitte um etwas Geduld und klare, einfache Sprache. Die wichtigen Papiere liegen in diesem Umschlag.
Vorteil: Der Beamte weiß sofort Bescheid, auch wenn Sie im Moment nichts sagen können. Das ist die Variante, die dem amerikanischen Vorbild entspricht.
Nachteil: Die Diagnose steht sichtbar im Auto, dauerhaft und für jeden.
Variante B: ohne Diagnose
BLAUER UMSCHLAG
Unterstützung bei der Kommunikation während einer Verkehrskontrolle. Bitte um etwas Geduld und klare, einfache Sprache. Die wichtigen Papiere liegen in diesem Umschlag.
Vorteil: Der Umschlag ordnet die Papiere und bittet um Geduld, ohne dass jemand etwas über Sie erfährt, der es nicht wissen muss. Die Erklärung steht auf Karte 2 im Inneren und wird nur gelesen, wenn Sie den Umschlag übergeben.
Nachteil: Ein Beamter, der nur den Aufdruck sieht, versteht nicht sofort, warum Sie anders reagieren. Wenn Sie in der Situation nichts sagen können, hilft es, gleichzeitig auf Karte 2 zu zeigen.
Wenn Sie unsicher sind
Nehmen Sie Variante B und legen Sie Karte 2 obenauf, mit der beschrifteten Seite nach oben. Dann steht die Erklärung bereit, ohne außen zu stehen. Sie können den Aufdruck jederzeit gegen Variante A tauschen, wenn Sie merken, dass Ihnen das lieber ist.
Karte 1 – Für mich als Fahrer
Wenn ich angehalten werde:
Ich halte ruhig an, stelle den Motor ab und lege die Hände sichtbar ans Lenkrad.
Ich atme tief durch. Ich habe alles vorbereitet.
Mein erster Satz: „Ich bin Autist. Sprechen fällt mir unter Stress schwer. Meine Papiere sind in diesem blauen Umschlag.“
Wenn ich nichts sagen kann, zeige ich auf diese Karte und auf den Umschlag.
Ich kündige jede Bewegung an, bevor ich ins Handschuhfach greife.
Ich warte eine Anweisung nach der anderen ab. Bei Unklarheit frage ich ruhig nach.
Ich bleibe im Auto sitzen, bis der Beamte sagt, dass die Kontrolle vorbei ist.
Karte 2 – Hinweis für die Polizei
Sehr geehrte Beamtin, sehr geehrter Beamter,
wenn ich dieses Fahrzeug fahre: Ich bin Autist. Das kann bedeuten:
wenig oder kein Blickkontakt,
verzögerte Antworten oder eine ungewohnte Sprechweise,
unter Stress kann das Sprechen ganz aussetzen.
Das ist kein Zeichen von Unehrlichkeit oder Widerstand. Es hilft sehr, wenn Sie:
einfache, direkte Sprache verwenden,
eine Anweisung nach der anderen geben,
etwas mehr Zeit zum Verarbeiten lassen,
sagen, wenn die Kontrolle vorbei ist.
Helles Licht und laute Geräusche verstärken die Anspannung. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Karte 3 – Notfallkontakt/Vertrauensperson
Falls ich mich nicht klar verständigen kann, darf diese Person kontaktiert werden:
Name: __________________________________________
Verhältnis zu mir: ______________________________
Telefon: ________________________________________
Zweite Kontaktperson (optional):
Name: __________________________________________
Telefon: ________________________________________
Karte 4 – Ärztlicher Nachweis (besonders wichtig bei AuDHS)
Wenn ich verordnete Stimulanzien einnehme (zum Beispiel Lisdexamfetamin oder Methylphenidat), kann ein Drogenschnelltest positiv auf Amphetamine anschlagen, obwohl es sich um eine ärztlich verordnete Medikation handelt.
In diesem Umschlag liegt deshalb:
☐ eine Kopie meines aktuellen Rezepts, oder
☐ eine ärztliche Bescheinigung oder ein ADHS-Ausweis mit Diagnose und Medikation.
Verordnetes Medikament: ________________________
Verordnende Praxis: ____________________________
Ausgestellt am: ________________________________
Hinweis: Wenn ich mich durch Medikamente oder Müdigkeit gerade nicht fahrtüchtig fühle, fahre ich nicht.
Checkliste: Das liegt im Umschlag
☐ Aufdruck außen aufgebracht (Variante A oder B)
☐ Führerschein
☐ Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
☐ Karte 1 – Für mich als Fahrer
☐ Karte 2 – Hinweis für die Polizei
☐ Karte 3 – Notfallkontakt / Vertrauensperson
☐ Karte 4 – Ärztlicher Nachweis (bei verordneten Stimulanzien dringend empfohlen)
☐ Kopie des aktuellen Rezepts oder ADHS-Ausweis (falls zutreffend)
Der Personalausweis muss nicht mitgeführt werden. Wer ihn dabeihat, muss ihn auf Verlangen aber vorzeigen; die Polizei darf die Identität ohnehin feststellen.
Gut zu wissen
Eine Diagnose offenzulegen ist freiwillig. In seltenen Fällen kann der Eindruck einer psychischen Leistungseinschränkung dazu führen, dass die Behörde ein verkehrsmedizinisches Gutachten anordnet. Sie entscheiden selbst, wie viel Sie preisgeben. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie es vorher in Ruhe mit einer Vertrauensperson oder im therapeutischen Rahmen.
Auf dieser Seite geht es nur um den blauen Umschlag aus dem Artikel: Blauer Umschlag bei Autismus: Skript fürs Handschuhfach für autistische und AuDHS-Autofahrer
Der blaue Umschlag zum Ausdrucken
Anleitung und Vorlagen für autistische und AuDHS-Autofahrer. Ausdrucken, ausfüllen, in einen blauen Umschlag oder eine blaue Klarsichthülle legen und griffbereit ins Handschuhfach.
So stellen Sie den Umschlag zusammen
Nehmen Sie einen blauen Umschlag im Format C6 oder DIN lang, ersatzweise eine blaue Klarsichthülle. Die Farbe hilft Ihnen, ihn im Handschuhfach sofort zu finden.
Beschriften Sie die Außenseite mit dem unten stehenden Aufdruck. Legen Sie die vier Karten und Ihre Papiere hinein.
Legen Sie den Umschlag ins Handschuhfach, immer an denselben Platz.
Sagen Sie Familie und Freunden, die Ihr Auto fahren, wo der Umschlag liegt und wofür er da ist.
Tauschen Sie den Inhalt aus, sobald Sie einen neuen Führerschein, eine neue Zulassungsbescheinigung oder ein neues Rezept bekommen.
Wichtig: In Deutschland ist der blaue Umschlag kein offizielles Dokument. Die Polizei kennt ihn nicht. Er ist Ihr persönliches Hilfsmittel, das die Papiere ordnet und in klarer Sprache erklärt, was los ist.
Aufdruck für die Außenseite des Umschlags
Es gibt zwei Varianten. Der Unterschied ist nur einer: ob die Diagnose außen steht oder nicht.
Der Aufdruck ist für jeden lesbar, der das Handschuhfach öffnet, also auch für die Werkstatt, für Mitfahrer, bei einer Panne oder beim Verkauf des Wagens. Die Diagnose offenzulegen ist freiwillig, und sie außen zu nennen ist eine weitergehende Entscheidung als sie in der Kontrolle selbst zu nennen. Wählen Sie in Ruhe, bevor Sie drucken.
Variante A: mit Diagnose
BLAUER UMSCHLAG
Unterstützung bei der Kommunikation während einer Verkehrskontrolle. Der Halter dieses Fahrzeugs ist Autist. Bitte um etwas Geduld und klare, einfache Sprache. Die wichtigen Papiere liegen in diesem Umschlag.
Vorteil: Der Beamte weiß sofort Bescheid, auch wenn Sie im Moment nichts sagen können. Das ist die Variante, die dem amerikanischen Vorbild entspricht.
Nachteil: Die Diagnose steht sichtbar im Auto, dauerhaft und für jeden.
Variante B: ohne Diagnose
BLAUER UMSCHLAG
Unterstützung bei der Kommunikation während einer Verkehrskontrolle. Bitte um etwas Geduld und klare, einfache Sprache. Die wichtigen Papiere liegen in diesem Umschlag.
Vorteil: Der Umschlag ordnet die Papiere und bittet um Geduld, ohne dass jemand etwas über Sie erfährt, der es nicht wissen muss. Die Erklärung steht auf Karte 2 im Inneren und wird nur gelesen, wenn Sie den Umschlag übergeben.
Nachteil: Ein Beamter, der nur den Aufdruck sieht, versteht nicht sofort, warum Sie anders reagieren. Wenn Sie in der Situation nichts sagen können, hilft es, gleichzeitig auf Karte 2 zu zeigen.
Wenn Sie unsicher sind
Nehmen Sie Variante B und legen Sie Karte 2 obenauf, mit der beschrifteten Seite nach oben. Dann steht die Erklärung bereit, ohne außen zu stehen. Sie können den Aufdruck jederzeit gegen Variante A tauschen, wenn Sie merken, dass Ihnen das lieber ist.
Karte 1 – Für mich als Fahrer
Wenn ich angehalten werde:
Ich halte ruhig an, stelle den Motor ab und lege die Hände sichtbar ans Lenkrad.
Ich atme tief durch. Ich habe alles vorbereitet.
Mein erster Satz: „Ich bin Autist. Sprechen fällt mir unter Stress schwer. Meine Papiere sind in diesem blauen Umschlag.“
Wenn ich nichts sagen kann, zeige ich auf diese Karte und auf den Umschlag.
Ich kündige jede Bewegung an, bevor ich ins Handschuhfach greife.
Ich warte eine Anweisung nach der anderen ab. Bei Unklarheit frage ich ruhig nach.
Ich bleibe im Auto sitzen, bis der Beamte sagt, dass die Kontrolle vorbei ist.
Karte 2 – Hinweis für die Polizei
Sehr geehrte Beamtin, sehr geehrter Beamter,
wenn ich dieses Fahrzeug fahre: Ich bin Autist. Das kann bedeuten:
wenig oder kein Blickkontakt,
verzögerte Antworten oder eine ungewohnte Sprechweise,
unter Stress kann das Sprechen ganz aussetzen.
Das ist kein Zeichen von Unehrlichkeit oder Widerstand. Es hilft sehr, wenn Sie:
einfache, direkte Sprache verwenden,
eine Anweisung nach der anderen geben,
etwas mehr Zeit zum Verarbeiten lassen,
sagen, wenn die Kontrolle vorbei ist.
Helles Licht und laute Geräusche verstärken die Anspannung. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Karte 3 – Notfallkontakt/Vertrauensperson
Falls ich mich nicht klar verständigen kann, darf diese Person kontaktiert werden:
Name: __________________________________________
Verhältnis zu mir: ______________________________
Telefon: ________________________________________
Zweite Kontaktperson (optional):
Name: __________________________________________
Telefon: ________________________________________
Karte 4 – Ärztlicher Nachweis (besonders wichtig bei AuDHS)
Wenn ich verordnete Stimulanzien einnehme (zum Beispiel Lisdexamfetamin oder Methylphenidat), kann ein Drogenschnelltest positiv auf Amphetamine anschlagen, obwohl es sich um eine ärztlich verordnete Medikation handelt.
In diesem Umschlag liegt deshalb:
☐ eine Kopie meines aktuellen Rezepts, oder
☐ eine ärztliche Bescheinigung oder ein ADHS-Ausweis mit Diagnose und Medikation.
Verordnetes Medikament: ________________________
Verordnende Praxis: ____________________________
Ausgestellt am: ________________________________
Hinweis: Wenn ich mich durch Medikamente oder Müdigkeit gerade nicht fahrtüchtig fühle, fahre ich nicht.
Checkliste: Das liegt im Umschlag
☐ Aufdruck außen aufgebracht (Variante A oder B)
☐ Führerschein
☐ Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein)
☐ Karte 1 – Für mich als Fahrer
☐ Karte 2 – Hinweis für die Polizei
☐ Karte 3 – Notfallkontakt / Vertrauensperson
☐ Karte 4 – Ärztlicher Nachweis (bei verordneten Stimulanzien dringend empfohlen)
☐ Kopie des aktuellen Rezepts oder ADHS-Ausweis (falls zutreffend)
Der Personalausweis muss nicht mitgeführt werden. Wer ihn dabeihat, muss ihn auf Verlangen aber vorzeigen; die Polizei darf die Identität ohnehin feststellen.
Gut zu wissen
Eine Diagnose offenzulegen ist freiwillig. In seltenen Fällen kann der Eindruck einer psychischen Leistungseinschränkung dazu führen, dass die Behörde ein verkehrsmedizinisches Gutachten anordnet. Sie entscheiden selbst, wie viel Sie preisgeben. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie es vorher in Ruhe mit einer Vertrauensperson oder im therapeutischen Rahmen.