Dopamin ist nicht einfach ein Glückshormon

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Dopamin

Veröffentlicht am:

29.01.2026

eine karikatur eines wissenschaftlers in einer Fantasie-Welt
eine karikatur eines wissenschaftlers in einer Fantasie-Welt

DESCRIPTION:

Dopamin ist nicht einfach ein Glückshormon! Aber seine Ausschüttung beeinflusst unser Belohnungssystem, unsere Motivation und unser Verhalten stark.

Die Wahrheit über das Glückshormon Dopamin: mehr als nur ein Botenstoff für Glücksgefühle

In der heutigen Leistungsgesellschaft wird das Glückshormon Dopamin oft als der ultimative Treibstoff für Erfolg und Wohlbefinden gefeiert. Doch hinter den reißerischen Schlagzeilen über Glücksgefühle verbirgt sich ein hochkomplexer Botenstoff, dessen wahre Funktion oft missverstanden wird.

Worum es geht:

·         pseudowissenschaftliche Mythen, wie die Vorstellung, man könne das Gehirn durch einen kurzzeitigen Entzug „reinigen“ , und

·         Einblicke in das Zusammenspiel mit Serotonin und dem körpereigenen Belohnungssystem.

Wer verstehen will, wie man das Dopamin wirklich erhöhen kann, ohne in die Falle der ständigen Reizüberflutung zu tappen, findet hier die wissenschaftliche Basis.

1. Was ist Dopamin wirklich und wie wirkt es im Nervensystem?

Dopamin ist weit mehr als ein einfaches „Wohlfühl-Molekül“; es ist ein lebensnotwendiger Neurotransmitter, der im gesamten Körper agiert. Als zentraler Botenstoff ist er vor allem im Gehirn aktiv, wird aber auch in peripheren Geweben wie dem Nebennierenmark produziert. Er fungiert als entscheidender Botenstoff zwischen Nervenzellen, indem er die Lücke an den Synapsen überbrückt. Wenn elektrische Impulse das Ende einer Nervenzelle erreichen, wird der Stoff in den synaptischen Spalt freigesetzt, um Informationen blitzschnell weiterzugeben.

Das gesamte Nervensystem verlässt sich auf die präzise Steuerung dieses Prozesses. Es handelt sich um ein Hormon, das nicht nur Emotionen, sondern auch die Durchblutung der Organe und die Feinmotorik regelt. Ohne diesen chemischen Kurier wäre eine koordinierte Interaktion zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers unmöglich.

2. Warum wird das Glückshormon Dopamin oft fehlgedeutet?

Der Begriff „Glückshormon Dopamin“ suggeriert, dass die bloße Anwesenheit des Stoffes uns glücklich macht. Die Wissenschaft, unter anderem vertreten durch die Universität Wien, zeigt jedoch, dass die Wirkung von Dopamin primär auf dem Aspekt des Verlangens („Wanting“) basiert, während das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch Endorphine gesteuert wird. Es ist die Antriebskraft, die uns dazu bringt, nach einer Belohnung zu streben, nicht die Belohnung selbst.

Im Vergleich dazu ist Serotonin eher für die langfristige Zufriedenheit und Gelassenheit zuständig. Wer versucht, seine Glückshormone isoliert zu betrachten, übersieht das komplexe Gleichgewicht. Die landläufige Meinung, dass mehr Dopamin im Körper automatisch mehr Lebensfreude bedeutet, führt oft zu einem riskanten Lebensstil, der auf kurzfristige Kicks setzt statt auf nachhaltige Zufriedenheit.

3. Wie steuert das Belohnungssystem unsere tägliche Motivation?

Das Belohnungssystem des Gehirns ist ein archaischer Mechanismus, der unser Überleben sichert. Sobald wir ein Ziel erreichen oder eine positive Überraschung erleben, wird im Belohnungszentrum eine signifikante Menge Dopamin ausgeschüttet. Dieser Prozess wird oft als „Reward Prediction Error“ bezeichnet: Das Gehirn lernt, welche Handlungen zum Erfolg führen, und verstärkt diese durch die Ausschüttung von Dopamin.

Diese Dopamin-Ausschüttung sorgt für ein kurzes, intensives Glücksgefühl, das uns motiviert, die Handlung zu wiederholen. In der modernen Welt wird dieses Dopaminsystem jedoch durch soziale Medien und Fast Food überstimuliert. Das Gehirn gewöhnt sich an eine extrem hohe Dopaminkonzentration, was dazu führen kann, dass natürliche Reize nicht mehr ausreichen, um Motivation zu erzeugen.

4. Dopaminmangel und Parkinson: Wenn die Bewegung stockt

Ein massiver Dopaminmangel äußert sich nicht nur in schlechter Laune, sondern kann eine schwere körperliche Erkrankung nach sich ziehen. Die bekannteste Folge einer chronischen Unterversorgung ist Parkinson. Hierbei sterben die Nervenzellen ab, die für die Dopaminproduktion zuständig sind, was zu Zittern und Muskelsteifheit führt. In diesem Stadium ist das gesamte Dopaminsystem so gestört, dass willkürliche Bewegungen kaum noch möglich sind.

Ein klinischer Mangel an Dopamin zeigt, dass dieser Stoff für die motorische Kontrolle unverzichtbar ist. Wenn der Dopaminhaushalt so stark beeinträchtigt ist, müssen oft Arzneimittel wie L-Dopa eingesetzt werden, um die fehlende Vorstufe zu ersetzen und die Symptome zu lindern. Dies verdeutlicht, dass wir es hier mit einem hochempfindlichen biologischen Werkzeug zu tun haben.

5. Wie hängen psychische Erkrankungen mit dem Dopaminhaushalt zusammen?

Diverse psychische Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit einem Ungleichgewicht dieses Neurotransmitters. Bei ADHS geht man beispielsweise davon aus, dass die Rezeptoren im Gehirn weniger effizient auf die Ausschüttung reagieren, was Betroffene dazu treibt, ständig neue Reize zu suchen, um ihr inneres Defizit auszugleichen. Es ist ein permanenter Kampf gegen einen gefühlten Dopaminmangel.

Auf der anderen Seite kann ein Dopaminüberschuss in bestimmten Hirnarealen zu einer Psychose oder Schizophrenie führen. Hierbei wird die Welt als übermäßig bedeutungsvoll oder bedrohlich wahrgenommen, da das Gehirn unwichtige Reize mit zu viel Relevanz belegt. Ein gestörter Dopaminspiegel kann somit die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmen lassen.

6. Suchtverhalten und die dunkle Seite der Dopamin-Ausschüttung

Eine Suchterkrankung ist letztlich eine Fehlleitung des Belohnungssystems. Drogen oder exzessive Verhaltensweisen erzwingen eine Dopaminausschüttung, die weit über das natürliche Maß hinausgeht. Dieses künstliche Suchtverhalten führt zu einem fatalen Rückkopplungseffekt: Das Gehirn baut Dopaminrezeptoren ab, um sich vor der Reizüberflutung zu schützen, wodurch normale Aktivitäten keine Freude mehr bereiten.

Langfristig führt dies dazu, dass Betroffene unter starken Angstzuständen leiden, wenn der Suchtstoff fehlt. Das Wohlfühlhormon wird zur Notwendigkeit, um überhaupt ein normales Funktionsniveau zu erreichen. Die ständige Jagd nach der nächsten Dopaminsteigerung zerstört die Fähigkeit für positives Erleben im Alltag und führt in eine Abwärtsspirale aus Abhängigkeit und emotionaler Taubheit.

7. Dopamin erhöhen: Kann eine ausgewogene Ernährung helfen?

Wer auf natürliche Weise sein Dopamin erhöhen möchte, sollte bei der Basis anfangen: der Nahrung. Der Körper benötigt die Aminosäure Tyrosin, um den Botenstoff herzustellen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Aminosäuren ist, liefert die notwendigen Bausteine für die Produktion im Gehirn. Auch bestimmte Mikronährstoffe wie ein spezielles Vitamin (insbesondere B6) sind als Co-Faktoren unerlässlich.

Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren, die die Gesundheit der Nervenzellmembranen unterstützen. Fisch wie Lachs und Makrele sowie pflanzliche Quellen wie Leinsamen sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ein solcher Nährstoff ersetzt zwar keine Therapie, bildet aber das Fundament für einen stabilen Dopaminspiegel und unterstützt die allgemeine mentale Resilienz.

8. Dopamin-Detox: Sinnvolle Pause oder wissenschaftlicher Humbug?

Der Trend „Dopamin Detox“ suggeriert fälschlicherweise, man könne das Gehirn von einer Chemikalie reinigen. Wissenschaftlich gesehen ist das ein Mythos, da man einen Neurotransmitter nicht einfach „abschalten“ kann. Dennoch kann ein bewusster Verzicht auf übermäßige Stimulation durch äußere Reize wie Smartphones oder ständiges Snacking, helfen, die Impulskontrolle zu stärken.

Ein solcher Detox ist eher eine Verhaltenspause als eine biochemische Reinigung. Indem man das Gehirn für eine Weile nicht mit Hochgeschwindigkeitsreizen bombardiert, lernt man wieder, kleine Zwischenziele und einfache Freuden wertzuschätzen. Es geht darum, den Fokus von der ständigen Jagd nach dem nächsten Kick weg und hin zu einer gesunden Lebensweise zu lenken.

9. Welche Rolle spielt körperliche Aktivität für den Dopaminspiegel?

Regelmäßige Bewegung ist eines der wirkungsvollsten Mittel, um die Dopaminproduktion anzukurbeln. Während des Sports wird nicht nur Endorphin, sondern auch gezielt Dopamin ausgeschüttet. Dies erklärt das oft zitierte „Runner’s High“ und die verbesserte Stimmung nach dem Training. Eine dauerhafte körperliche Aktivität erhöht zudem die Dichte der Rezeptoren, was die allgemeine Empfindsamkeit für positive Gefühle verbessert.

Sport hilft dabei, Stress abzubauen, was wiederum den Cortisolspiegel senkt, der oft als Gegenspieler des Dopamins fungiert. Wer sich regelmäßig bewegt, sorgt für einen stabilen Dopaminhaushalt und schützt sich vor den negativen Folgen von Bewegungsmangel. Es ist eine der einfachsten Methoden, um das eigene positive Erleben nachhaltig zu steigern.

10. Wie erreicht man ärztlich begleitet einen ausgeglichenen Dopaminspiegel?

Wenn die Selbstregulation nicht mehr ausreicht und Symptome wie chronische Antriebslosigkeit oder motorische Probleme auftreten, ist es wichtig, ärztlich abzuklären, ob eine klinische Störung vorliegt. Ein dauerhaft gestörter Dopaminspiegel , egal ob wenig oder zu viel Dopamin, erfordert oft eine professionelle Intervention. Fachärzte können den Dopaminspiegel zwar nicht direkt im Blut messen (da der Wert im Gehirn entscheidend ist), aber anhand der Symptomatik behandeln.

Um einen ausgeglichenen Dopaminspiegel zu erreichen, wird oft eine Kombination aus Verhaltenstherapie und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung gewählt. Das Ziel ist es, das Gleichgewicht der Glückshormone wiederherzustellen, damit der Patient wieder Freude am Leben findet, ohne von extremen Spitzen oder Tiefs abhängig zu sein. Ein stabiler Haushalt ist die Basis für jede erfolgreiche persönliche Entwicklung.

Zusammenfassung: Das sollten Sie wissen

Dopamin ist Motivation, nicht Glück: Es treibt uns an, Ziele zu verfolgen, garantiert aber nicht die Zufriedenheit beim Erreichen.

Wissenschaft gegen Hype: Ein „Detox“ reinigt nicht das Gehirn, kann aber helfen, ungesunde Gewohnheiten zu unterbrechen.

Ernährung ist die Basis: Tyrosin und Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Bausteine für die Produktion.

Gefahr bei Ungleichgewicht: Sowohl ein Dopaminmangel (Parkinson, ADHS) als auch ein Überschuss (Psychose) haben schwerwiegende Folgen.

Natürliche Regulation: Regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind die besten Werkzeuge für ein gesundes Belohnungssystem.

Fragen & Antworten: Mythen und Fakten über Dopamin

Hier finden Sie eine detaillierte Zusammenfassung der am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema.

Bereich 1: Die Rolle als „Glückshormon“

·         Ist Dopamin ein Glückshormon? Nicht im klassischen Sinne. Während es oft so genannt wird, ist es eigentlich der Botenstoff für Motivation und das Streben nach Belohnung. Es erzeugt eher Vorfreude und Antrieb als tiefes Glücksempfinden.

·         Kann man Vergnügen ohne Dopamin empfinden? Ja. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch das Opioid- und Endocannabinoid-System gesteuert wird. Dopamin ist primär für das Verlangen („Wanting“) zuständig.

·         Ist es besser, Serotonin oder Dopamin zu haben? Keines von beiden ist „besser“. Ein gesundes Gleichgewicht ist entscheidend. Serotonin sorgt für innere Ruhe und Zufriedenheit, während Dopamin die notwendige Antriebskraft liefert, um Ziele zu verfolgen.

·         Welche Emotion löst Dopamin aus? Dopamin wird vor allem durch Erwartung, Neugier und die Vorhersage einer Belohnung ausgeschüttet. Es löst ein Gefühl von Fokus und Tatendrang aus.

·         Woran erkenne ich, ob ich Dopamin oder Serotonin brauche? Ein Mangel an Dopamin äußert sich oft in Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Ein Mangel an Serotonin steht eher mit Reizbarkeit, Angstzuständen und Schlafstörungen in Verbindung. Dies sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden.

Bereich 2: Medizinische und psychologische Aspekte

·         Welche psychische Erkrankung hat einen Dopaminmangel? Ein ausgeprägter Mangel wird mit Depressionen (insbesondere der anhedonischen Form) und ADHS in Verbindung gebracht. Auf körperlicher Ebene führt ein Mangel zu Parkinson.

·         Was blockiert Dopamin? Bestimmte Arzneimittel (Antipsychotika/Neuroleptika) blockieren gezielt die Dopaminrezeptoren, um einen Überschuss bei Erkrankungen wie Schizophrenie zu behandeln. Auch chronischer Stress kann die Signalwege dämpfen.

·         Ist es möglich, ohne Dopamin glücklich zu sein? Biologisch gesehen ist es sehr schwer, da Dopamin die Motivation liefert, überhaupt am Leben teilzunehmen. Man könnte zwar theoretisch Momente der Ruhe genießen, aber es würde der Antrieb fehlen, diese Momente aktiv aufzusuchen.

·         Erschöpft ein Trauma den Dopaminspiegel? Chronischer Stress und traumatische Erlebnisse können das Belohnungssystem desensibilisieren. Dies führt oft dazu, dass Betroffene weniger Freude an früher geliebten Aktivitäten empfinden (Anhedonie).

·         Welches Hormon ist ein „Traurigkeitshormon“? Es gibt kein einzelnes Hormon für Traurigkeit. Oft ist es eher ein Ungleichgewicht oder ein Abfall von Botenstoffen wie Serotonin oder Dopamin in Kombination mit einem Anstieg des Stresshormons Cortisol.


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Dopamin ist nicht einfach ein Glückshormon! Aber seine Ausschüttung beeinflusst unser Belohnungssystem, unsere Motivation und unser Verhalten stark.

Die Wahrheit über das Glückshormon Dopamin: mehr als nur ein Botenstoff für Glücksgefühle

In der heutigen Leistungsgesellschaft wird das Glückshormon Dopamin oft als der ultimative Treibstoff für Erfolg und Wohlbefinden gefeiert. Doch hinter den reißerischen Schlagzeilen über Glücksgefühle verbirgt sich ein hochkomplexer Botenstoff, dessen wahre Funktion oft missverstanden wird.

Worum es geht:

·         pseudowissenschaftliche Mythen, wie die Vorstellung, man könne das Gehirn durch einen kurzzeitigen Entzug „reinigen“ , und

·         Einblicke in das Zusammenspiel mit Serotonin und dem körpereigenen Belohnungssystem.

Wer verstehen will, wie man das Dopamin wirklich erhöhen kann, ohne in die Falle der ständigen Reizüberflutung zu tappen, findet hier die wissenschaftliche Basis.

1. Was ist Dopamin wirklich und wie wirkt es im Nervensystem?

Dopamin ist weit mehr als ein einfaches „Wohlfühl-Molekül“; es ist ein lebensnotwendiger Neurotransmitter, der im gesamten Körper agiert. Als zentraler Botenstoff ist er vor allem im Gehirn aktiv, wird aber auch in peripheren Geweben wie dem Nebennierenmark produziert. Er fungiert als entscheidender Botenstoff zwischen Nervenzellen, indem er die Lücke an den Synapsen überbrückt. Wenn elektrische Impulse das Ende einer Nervenzelle erreichen, wird der Stoff in den synaptischen Spalt freigesetzt, um Informationen blitzschnell weiterzugeben.

Das gesamte Nervensystem verlässt sich auf die präzise Steuerung dieses Prozesses. Es handelt sich um ein Hormon, das nicht nur Emotionen, sondern auch die Durchblutung der Organe und die Feinmotorik regelt. Ohne diesen chemischen Kurier wäre eine koordinierte Interaktion zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers unmöglich.

2. Warum wird das Glückshormon Dopamin oft fehlgedeutet?

Der Begriff „Glückshormon Dopamin“ suggeriert, dass die bloße Anwesenheit des Stoffes uns glücklich macht. Die Wissenschaft, unter anderem vertreten durch die Universität Wien, zeigt jedoch, dass die Wirkung von Dopamin primär auf dem Aspekt des Verlangens („Wanting“) basiert, während das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch Endorphine gesteuert wird. Es ist die Antriebskraft, die uns dazu bringt, nach einer Belohnung zu streben, nicht die Belohnung selbst.

Im Vergleich dazu ist Serotonin eher für die langfristige Zufriedenheit und Gelassenheit zuständig. Wer versucht, seine Glückshormone isoliert zu betrachten, übersieht das komplexe Gleichgewicht. Die landläufige Meinung, dass mehr Dopamin im Körper automatisch mehr Lebensfreude bedeutet, führt oft zu einem riskanten Lebensstil, der auf kurzfristige Kicks setzt statt auf nachhaltige Zufriedenheit.

3. Wie steuert das Belohnungssystem unsere tägliche Motivation?

Das Belohnungssystem des Gehirns ist ein archaischer Mechanismus, der unser Überleben sichert. Sobald wir ein Ziel erreichen oder eine positive Überraschung erleben, wird im Belohnungszentrum eine signifikante Menge Dopamin ausgeschüttet. Dieser Prozess wird oft als „Reward Prediction Error“ bezeichnet: Das Gehirn lernt, welche Handlungen zum Erfolg führen, und verstärkt diese durch die Ausschüttung von Dopamin.

Diese Dopamin-Ausschüttung sorgt für ein kurzes, intensives Glücksgefühl, das uns motiviert, die Handlung zu wiederholen. In der modernen Welt wird dieses Dopaminsystem jedoch durch soziale Medien und Fast Food überstimuliert. Das Gehirn gewöhnt sich an eine extrem hohe Dopaminkonzentration, was dazu führen kann, dass natürliche Reize nicht mehr ausreichen, um Motivation zu erzeugen.

4. Dopaminmangel und Parkinson: Wenn die Bewegung stockt

Ein massiver Dopaminmangel äußert sich nicht nur in schlechter Laune, sondern kann eine schwere körperliche Erkrankung nach sich ziehen. Die bekannteste Folge einer chronischen Unterversorgung ist Parkinson. Hierbei sterben die Nervenzellen ab, die für die Dopaminproduktion zuständig sind, was zu Zittern und Muskelsteifheit führt. In diesem Stadium ist das gesamte Dopaminsystem so gestört, dass willkürliche Bewegungen kaum noch möglich sind.

Ein klinischer Mangel an Dopamin zeigt, dass dieser Stoff für die motorische Kontrolle unverzichtbar ist. Wenn der Dopaminhaushalt so stark beeinträchtigt ist, müssen oft Arzneimittel wie L-Dopa eingesetzt werden, um die fehlende Vorstufe zu ersetzen und die Symptome zu lindern. Dies verdeutlicht, dass wir es hier mit einem hochempfindlichen biologischen Werkzeug zu tun haben.

5. Wie hängen psychische Erkrankungen mit dem Dopaminhaushalt zusammen?

Diverse psychische Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit einem Ungleichgewicht dieses Neurotransmitters. Bei ADHS geht man beispielsweise davon aus, dass die Rezeptoren im Gehirn weniger effizient auf die Ausschüttung reagieren, was Betroffene dazu treibt, ständig neue Reize zu suchen, um ihr inneres Defizit auszugleichen. Es ist ein permanenter Kampf gegen einen gefühlten Dopaminmangel.

Auf der anderen Seite kann ein Dopaminüberschuss in bestimmten Hirnarealen zu einer Psychose oder Schizophrenie führen. Hierbei wird die Welt als übermäßig bedeutungsvoll oder bedrohlich wahrgenommen, da das Gehirn unwichtige Reize mit zu viel Relevanz belegt. Ein gestörter Dopaminspiegel kann somit die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmen lassen.

6. Suchtverhalten und die dunkle Seite der Dopamin-Ausschüttung

Eine Suchterkrankung ist letztlich eine Fehlleitung des Belohnungssystems. Drogen oder exzessive Verhaltensweisen erzwingen eine Dopaminausschüttung, die weit über das natürliche Maß hinausgeht. Dieses künstliche Suchtverhalten führt zu einem fatalen Rückkopplungseffekt: Das Gehirn baut Dopaminrezeptoren ab, um sich vor der Reizüberflutung zu schützen, wodurch normale Aktivitäten keine Freude mehr bereiten.

Langfristig führt dies dazu, dass Betroffene unter starken Angstzuständen leiden, wenn der Suchtstoff fehlt. Das Wohlfühlhormon wird zur Notwendigkeit, um überhaupt ein normales Funktionsniveau zu erreichen. Die ständige Jagd nach der nächsten Dopaminsteigerung zerstört die Fähigkeit für positives Erleben im Alltag und führt in eine Abwärtsspirale aus Abhängigkeit und emotionaler Taubheit.

7. Dopamin erhöhen: Kann eine ausgewogene Ernährung helfen?

Wer auf natürliche Weise sein Dopamin erhöhen möchte, sollte bei der Basis anfangen: der Nahrung. Der Körper benötigt die Aminosäure Tyrosin, um den Botenstoff herzustellen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Aminosäuren ist, liefert die notwendigen Bausteine für die Produktion im Gehirn. Auch bestimmte Mikronährstoffe wie ein spezielles Vitamin (insbesondere B6) sind als Co-Faktoren unerlässlich.

Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren, die die Gesundheit der Nervenzellmembranen unterstützen. Fisch wie Lachs und Makrele sowie pflanzliche Quellen wie Leinsamen sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ein solcher Nährstoff ersetzt zwar keine Therapie, bildet aber das Fundament für einen stabilen Dopaminspiegel und unterstützt die allgemeine mentale Resilienz.

8. Dopamin-Detox: Sinnvolle Pause oder wissenschaftlicher Humbug?

Der Trend „Dopamin Detox“ suggeriert fälschlicherweise, man könne das Gehirn von einer Chemikalie reinigen. Wissenschaftlich gesehen ist das ein Mythos, da man einen Neurotransmitter nicht einfach „abschalten“ kann. Dennoch kann ein bewusster Verzicht auf übermäßige Stimulation durch äußere Reize wie Smartphones oder ständiges Snacking, helfen, die Impulskontrolle zu stärken.

Ein solcher Detox ist eher eine Verhaltenspause als eine biochemische Reinigung. Indem man das Gehirn für eine Weile nicht mit Hochgeschwindigkeitsreizen bombardiert, lernt man wieder, kleine Zwischenziele und einfache Freuden wertzuschätzen. Es geht darum, den Fokus von der ständigen Jagd nach dem nächsten Kick weg und hin zu einer gesunden Lebensweise zu lenken.

9. Welche Rolle spielt körperliche Aktivität für den Dopaminspiegel?

Regelmäßige Bewegung ist eines der wirkungsvollsten Mittel, um die Dopaminproduktion anzukurbeln. Während des Sports wird nicht nur Endorphin, sondern auch gezielt Dopamin ausgeschüttet. Dies erklärt das oft zitierte „Runner’s High“ und die verbesserte Stimmung nach dem Training. Eine dauerhafte körperliche Aktivität erhöht zudem die Dichte der Rezeptoren, was die allgemeine Empfindsamkeit für positive Gefühle verbessert.

Sport hilft dabei, Stress abzubauen, was wiederum den Cortisolspiegel senkt, der oft als Gegenspieler des Dopamins fungiert. Wer sich regelmäßig bewegt, sorgt für einen stabilen Dopaminhaushalt und schützt sich vor den negativen Folgen von Bewegungsmangel. Es ist eine der einfachsten Methoden, um das eigene positive Erleben nachhaltig zu steigern.

10. Wie erreicht man ärztlich begleitet einen ausgeglichenen Dopaminspiegel?

Wenn die Selbstregulation nicht mehr ausreicht und Symptome wie chronische Antriebslosigkeit oder motorische Probleme auftreten, ist es wichtig, ärztlich abzuklären, ob eine klinische Störung vorliegt. Ein dauerhaft gestörter Dopaminspiegel , egal ob wenig oder zu viel Dopamin, erfordert oft eine professionelle Intervention. Fachärzte können den Dopaminspiegel zwar nicht direkt im Blut messen (da der Wert im Gehirn entscheidend ist), aber anhand der Symptomatik behandeln.

Um einen ausgeglichenen Dopaminspiegel zu erreichen, wird oft eine Kombination aus Verhaltenstherapie und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung gewählt. Das Ziel ist es, das Gleichgewicht der Glückshormone wiederherzustellen, damit der Patient wieder Freude am Leben findet, ohne von extremen Spitzen oder Tiefs abhängig zu sein. Ein stabiler Haushalt ist die Basis für jede erfolgreiche persönliche Entwicklung.

Zusammenfassung: Das sollten Sie wissen

Dopamin ist Motivation, nicht Glück: Es treibt uns an, Ziele zu verfolgen, garantiert aber nicht die Zufriedenheit beim Erreichen.

Wissenschaft gegen Hype: Ein „Detox“ reinigt nicht das Gehirn, kann aber helfen, ungesunde Gewohnheiten zu unterbrechen.

Ernährung ist die Basis: Tyrosin und Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Bausteine für die Produktion.

Gefahr bei Ungleichgewicht: Sowohl ein Dopaminmangel (Parkinson, ADHS) als auch ein Überschuss (Psychose) haben schwerwiegende Folgen.

Natürliche Regulation: Regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind die besten Werkzeuge für ein gesundes Belohnungssystem.

Fragen & Antworten: Mythen und Fakten über Dopamin

Hier finden Sie eine detaillierte Zusammenfassung der am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema.

Bereich 1: Die Rolle als „Glückshormon“

·         Ist Dopamin ein Glückshormon? Nicht im klassischen Sinne. Während es oft so genannt wird, ist es eigentlich der Botenstoff für Motivation und das Streben nach Belohnung. Es erzeugt eher Vorfreude und Antrieb als tiefes Glücksempfinden.

·         Kann man Vergnügen ohne Dopamin empfinden? Ja. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch das Opioid- und Endocannabinoid-System gesteuert wird. Dopamin ist primär für das Verlangen („Wanting“) zuständig.

·         Ist es besser, Serotonin oder Dopamin zu haben? Keines von beiden ist „besser“. Ein gesundes Gleichgewicht ist entscheidend. Serotonin sorgt für innere Ruhe und Zufriedenheit, während Dopamin die notwendige Antriebskraft liefert, um Ziele zu verfolgen.

·         Welche Emotion löst Dopamin aus? Dopamin wird vor allem durch Erwartung, Neugier und die Vorhersage einer Belohnung ausgeschüttet. Es löst ein Gefühl von Fokus und Tatendrang aus.

·         Woran erkenne ich, ob ich Dopamin oder Serotonin brauche? Ein Mangel an Dopamin äußert sich oft in Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Ein Mangel an Serotonin steht eher mit Reizbarkeit, Angstzuständen und Schlafstörungen in Verbindung. Dies sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden.

Bereich 2: Medizinische und psychologische Aspekte

·         Welche psychische Erkrankung hat einen Dopaminmangel? Ein ausgeprägter Mangel wird mit Depressionen (insbesondere der anhedonischen Form) und ADHS in Verbindung gebracht. Auf körperlicher Ebene führt ein Mangel zu Parkinson.

·         Was blockiert Dopamin? Bestimmte Arzneimittel (Antipsychotika/Neuroleptika) blockieren gezielt die Dopaminrezeptoren, um einen Überschuss bei Erkrankungen wie Schizophrenie zu behandeln. Auch chronischer Stress kann die Signalwege dämpfen.

·         Ist es möglich, ohne Dopamin glücklich zu sein? Biologisch gesehen ist es sehr schwer, da Dopamin die Motivation liefert, überhaupt am Leben teilzunehmen. Man könnte zwar theoretisch Momente der Ruhe genießen, aber es würde der Antrieb fehlen, diese Momente aktiv aufzusuchen.

·         Erschöpft ein Trauma den Dopaminspiegel? Chronischer Stress und traumatische Erlebnisse können das Belohnungssystem desensibilisieren. Dies führt oft dazu, dass Betroffene weniger Freude an früher geliebten Aktivitäten empfinden (Anhedonie).

·         Welches Hormon ist ein „Traurigkeitshormon“? Es gibt kein einzelnes Hormon für Traurigkeit. Oft ist es eher ein Ungleichgewicht oder ein Abfall von Botenstoffen wie Serotonin oder Dopamin in Kombination mit einem Anstieg des Stresshormons Cortisol.


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Dopamin ist nicht einfach ein Glückshormon! Aber seine Ausschüttung beeinflusst unser Belohnungssystem, unsere Motivation und unser Verhalten stark.

Die Wahrheit über das Glückshormon Dopamin: mehr als nur ein Botenstoff für Glücksgefühle

In der heutigen Leistungsgesellschaft wird das Glückshormon Dopamin oft als der ultimative Treibstoff für Erfolg und Wohlbefinden gefeiert. Doch hinter den reißerischen Schlagzeilen über Glücksgefühle verbirgt sich ein hochkomplexer Botenstoff, dessen wahre Funktion oft missverstanden wird.

Worum es geht:

·         pseudowissenschaftliche Mythen, wie die Vorstellung, man könne das Gehirn durch einen kurzzeitigen Entzug „reinigen“ , und

·         Einblicke in das Zusammenspiel mit Serotonin und dem körpereigenen Belohnungssystem.

Wer verstehen will, wie man das Dopamin wirklich erhöhen kann, ohne in die Falle der ständigen Reizüberflutung zu tappen, findet hier die wissenschaftliche Basis.

1. Was ist Dopamin wirklich und wie wirkt es im Nervensystem?

Dopamin ist weit mehr als ein einfaches „Wohlfühl-Molekül“; es ist ein lebensnotwendiger Neurotransmitter, der im gesamten Körper agiert. Als zentraler Botenstoff ist er vor allem im Gehirn aktiv, wird aber auch in peripheren Geweben wie dem Nebennierenmark produziert. Er fungiert als entscheidender Botenstoff zwischen Nervenzellen, indem er die Lücke an den Synapsen überbrückt. Wenn elektrische Impulse das Ende einer Nervenzelle erreichen, wird der Stoff in den synaptischen Spalt freigesetzt, um Informationen blitzschnell weiterzugeben.

Das gesamte Nervensystem verlässt sich auf die präzise Steuerung dieses Prozesses. Es handelt sich um ein Hormon, das nicht nur Emotionen, sondern auch die Durchblutung der Organe und die Feinmotorik regelt. Ohne diesen chemischen Kurier wäre eine koordinierte Interaktion zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers unmöglich.

2. Warum wird das Glückshormon Dopamin oft fehlgedeutet?

Der Begriff „Glückshormon Dopamin“ suggeriert, dass die bloße Anwesenheit des Stoffes uns glücklich macht. Die Wissenschaft, unter anderem vertreten durch die Universität Wien, zeigt jedoch, dass die Wirkung von Dopamin primär auf dem Aspekt des Verlangens („Wanting“) basiert, während das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch Endorphine gesteuert wird. Es ist die Antriebskraft, die uns dazu bringt, nach einer Belohnung zu streben, nicht die Belohnung selbst.

Im Vergleich dazu ist Serotonin eher für die langfristige Zufriedenheit und Gelassenheit zuständig. Wer versucht, seine Glückshormone isoliert zu betrachten, übersieht das komplexe Gleichgewicht. Die landläufige Meinung, dass mehr Dopamin im Körper automatisch mehr Lebensfreude bedeutet, führt oft zu einem riskanten Lebensstil, der auf kurzfristige Kicks setzt statt auf nachhaltige Zufriedenheit.

3. Wie steuert das Belohnungssystem unsere tägliche Motivation?

Das Belohnungssystem des Gehirns ist ein archaischer Mechanismus, der unser Überleben sichert. Sobald wir ein Ziel erreichen oder eine positive Überraschung erleben, wird im Belohnungszentrum eine signifikante Menge Dopamin ausgeschüttet. Dieser Prozess wird oft als „Reward Prediction Error“ bezeichnet: Das Gehirn lernt, welche Handlungen zum Erfolg führen, und verstärkt diese durch die Ausschüttung von Dopamin.

Diese Dopamin-Ausschüttung sorgt für ein kurzes, intensives Glücksgefühl, das uns motiviert, die Handlung zu wiederholen. In der modernen Welt wird dieses Dopaminsystem jedoch durch soziale Medien und Fast Food überstimuliert. Das Gehirn gewöhnt sich an eine extrem hohe Dopaminkonzentration, was dazu führen kann, dass natürliche Reize nicht mehr ausreichen, um Motivation zu erzeugen.

4. Dopaminmangel und Parkinson: Wenn die Bewegung stockt

Ein massiver Dopaminmangel äußert sich nicht nur in schlechter Laune, sondern kann eine schwere körperliche Erkrankung nach sich ziehen. Die bekannteste Folge einer chronischen Unterversorgung ist Parkinson. Hierbei sterben die Nervenzellen ab, die für die Dopaminproduktion zuständig sind, was zu Zittern und Muskelsteifheit führt. In diesem Stadium ist das gesamte Dopaminsystem so gestört, dass willkürliche Bewegungen kaum noch möglich sind.

Ein klinischer Mangel an Dopamin zeigt, dass dieser Stoff für die motorische Kontrolle unverzichtbar ist. Wenn der Dopaminhaushalt so stark beeinträchtigt ist, müssen oft Arzneimittel wie L-Dopa eingesetzt werden, um die fehlende Vorstufe zu ersetzen und die Symptome zu lindern. Dies verdeutlicht, dass wir es hier mit einem hochempfindlichen biologischen Werkzeug zu tun haben.

5. Wie hängen psychische Erkrankungen mit dem Dopaminhaushalt zusammen?

Diverse psychische Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit einem Ungleichgewicht dieses Neurotransmitters. Bei ADHS geht man beispielsweise davon aus, dass die Rezeptoren im Gehirn weniger effizient auf die Ausschüttung reagieren, was Betroffene dazu treibt, ständig neue Reize zu suchen, um ihr inneres Defizit auszugleichen. Es ist ein permanenter Kampf gegen einen gefühlten Dopaminmangel.

Auf der anderen Seite kann ein Dopaminüberschuss in bestimmten Hirnarealen zu einer Psychose oder Schizophrenie führen. Hierbei wird die Welt als übermäßig bedeutungsvoll oder bedrohlich wahrgenommen, da das Gehirn unwichtige Reize mit zu viel Relevanz belegt. Ein gestörter Dopaminspiegel kann somit die Grenze zwischen Realität und Einbildung verschwimmen lassen.

6. Suchtverhalten und die dunkle Seite der Dopamin-Ausschüttung

Eine Suchterkrankung ist letztlich eine Fehlleitung des Belohnungssystems. Drogen oder exzessive Verhaltensweisen erzwingen eine Dopaminausschüttung, die weit über das natürliche Maß hinausgeht. Dieses künstliche Suchtverhalten führt zu einem fatalen Rückkopplungseffekt: Das Gehirn baut Dopaminrezeptoren ab, um sich vor der Reizüberflutung zu schützen, wodurch normale Aktivitäten keine Freude mehr bereiten.

Langfristig führt dies dazu, dass Betroffene unter starken Angstzuständen leiden, wenn der Suchtstoff fehlt. Das Wohlfühlhormon wird zur Notwendigkeit, um überhaupt ein normales Funktionsniveau zu erreichen. Die ständige Jagd nach der nächsten Dopaminsteigerung zerstört die Fähigkeit für positives Erleben im Alltag und führt in eine Abwärtsspirale aus Abhängigkeit und emotionaler Taubheit.

7. Dopamin erhöhen: Kann eine ausgewogene Ernährung helfen?

Wer auf natürliche Weise sein Dopamin erhöhen möchte, sollte bei der Basis anfangen: der Nahrung. Der Körper benötigt die Aminosäure Tyrosin, um den Botenstoff herzustellen. Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Aminosäuren ist, liefert die notwendigen Bausteine für die Produktion im Gehirn. Auch bestimmte Mikronährstoffe wie ein spezielles Vitamin (insbesondere B6) sind als Co-Faktoren unerlässlich.

Besonders wertvoll sind Omega-3-Fettsäuren, die die Gesundheit der Nervenzellmembranen unterstützen. Fisch wie Lachs und Makrele sowie pflanzliche Quellen wie Leinsamen sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Ein solcher Nährstoff ersetzt zwar keine Therapie, bildet aber das Fundament für einen stabilen Dopaminspiegel und unterstützt die allgemeine mentale Resilienz.

8. Dopamin-Detox: Sinnvolle Pause oder wissenschaftlicher Humbug?

Der Trend „Dopamin Detox“ suggeriert fälschlicherweise, man könne das Gehirn von einer Chemikalie reinigen. Wissenschaftlich gesehen ist das ein Mythos, da man einen Neurotransmitter nicht einfach „abschalten“ kann. Dennoch kann ein bewusster Verzicht auf übermäßige Stimulation durch äußere Reize wie Smartphones oder ständiges Snacking, helfen, die Impulskontrolle zu stärken.

Ein solcher Detox ist eher eine Verhaltenspause als eine biochemische Reinigung. Indem man das Gehirn für eine Weile nicht mit Hochgeschwindigkeitsreizen bombardiert, lernt man wieder, kleine Zwischenziele und einfache Freuden wertzuschätzen. Es geht darum, den Fokus von der ständigen Jagd nach dem nächsten Kick weg und hin zu einer gesunden Lebensweise zu lenken.

9. Welche Rolle spielt körperliche Aktivität für den Dopaminspiegel?

Regelmäßige Bewegung ist eines der wirkungsvollsten Mittel, um die Dopaminproduktion anzukurbeln. Während des Sports wird nicht nur Endorphin, sondern auch gezielt Dopamin ausgeschüttet. Dies erklärt das oft zitierte „Runner’s High“ und die verbesserte Stimmung nach dem Training. Eine dauerhafte körperliche Aktivität erhöht zudem die Dichte der Rezeptoren, was die allgemeine Empfindsamkeit für positive Gefühle verbessert.

Sport hilft dabei, Stress abzubauen, was wiederum den Cortisolspiegel senkt, der oft als Gegenspieler des Dopamins fungiert. Wer sich regelmäßig bewegt, sorgt für einen stabilen Dopaminhaushalt und schützt sich vor den negativen Folgen von Bewegungsmangel. Es ist eine der einfachsten Methoden, um das eigene positive Erleben nachhaltig zu steigern.

10. Wie erreicht man ärztlich begleitet einen ausgeglichenen Dopaminspiegel?

Wenn die Selbstregulation nicht mehr ausreicht und Symptome wie chronische Antriebslosigkeit oder motorische Probleme auftreten, ist es wichtig, ärztlich abzuklären, ob eine klinische Störung vorliegt. Ein dauerhaft gestörter Dopaminspiegel , egal ob wenig oder zu viel Dopamin, erfordert oft eine professionelle Intervention. Fachärzte können den Dopaminspiegel zwar nicht direkt im Blut messen (da der Wert im Gehirn entscheidend ist), aber anhand der Symptomatik behandeln.

Um einen ausgeglichenen Dopaminspiegel zu erreichen, wird oft eine Kombination aus Verhaltenstherapie und gegebenenfalls medikamentöser Unterstützung gewählt. Das Ziel ist es, das Gleichgewicht der Glückshormone wiederherzustellen, damit der Patient wieder Freude am Leben findet, ohne von extremen Spitzen oder Tiefs abhängig zu sein. Ein stabiler Haushalt ist die Basis für jede erfolgreiche persönliche Entwicklung.

Zusammenfassung: Das sollten Sie wissen

Dopamin ist Motivation, nicht Glück: Es treibt uns an, Ziele zu verfolgen, garantiert aber nicht die Zufriedenheit beim Erreichen.

Wissenschaft gegen Hype: Ein „Detox“ reinigt nicht das Gehirn, kann aber helfen, ungesunde Gewohnheiten zu unterbrechen.

Ernährung ist die Basis: Tyrosin und Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Bausteine für die Produktion.

Gefahr bei Ungleichgewicht: Sowohl ein Dopaminmangel (Parkinson, ADHS) als auch ein Überschuss (Psychose) haben schwerwiegende Folgen.

Natürliche Regulation: Regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf sind die besten Werkzeuge für ein gesundes Belohnungssystem.

Fragen & Antworten: Mythen und Fakten über Dopamin

Hier finden Sie eine detaillierte Zusammenfassung der am häufigsten gestellten Fragen zu diesem Thema.

Bereich 1: Die Rolle als „Glückshormon“

·         Ist Dopamin ein Glückshormon? Nicht im klassischen Sinne. Während es oft so genannt wird, ist es eigentlich der Botenstoff für Motivation und das Streben nach Belohnung. Es erzeugt eher Vorfreude und Antrieb als tiefes Glücksempfinden.

·         Kann man Vergnügen ohne Dopamin empfinden? Ja. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass das tatsächliche Genießen („Liking“) eher durch das Opioid- und Endocannabinoid-System gesteuert wird. Dopamin ist primär für das Verlangen („Wanting“) zuständig.

·         Ist es besser, Serotonin oder Dopamin zu haben? Keines von beiden ist „besser“. Ein gesundes Gleichgewicht ist entscheidend. Serotonin sorgt für innere Ruhe und Zufriedenheit, während Dopamin die notwendige Antriebskraft liefert, um Ziele zu verfolgen.

·         Welche Emotion löst Dopamin aus? Dopamin wird vor allem durch Erwartung, Neugier und die Vorhersage einer Belohnung ausgeschüttet. Es löst ein Gefühl von Fokus und Tatendrang aus.

·         Woran erkenne ich, ob ich Dopamin oder Serotonin brauche? Ein Mangel an Dopamin äußert sich oft in Antriebslosigkeit und Konzentrationsschwäche. Ein Mangel an Serotonin steht eher mit Reizbarkeit, Angstzuständen und Schlafstörungen in Verbindung. Dies sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden.

Bereich 2: Medizinische und psychologische Aspekte

·         Welche psychische Erkrankung hat einen Dopaminmangel? Ein ausgeprägter Mangel wird mit Depressionen (insbesondere der anhedonischen Form) und ADHS in Verbindung gebracht. Auf körperlicher Ebene führt ein Mangel zu Parkinson.

·         Was blockiert Dopamin? Bestimmte Arzneimittel (Antipsychotika/Neuroleptika) blockieren gezielt die Dopaminrezeptoren, um einen Überschuss bei Erkrankungen wie Schizophrenie zu behandeln. Auch chronischer Stress kann die Signalwege dämpfen.

·         Ist es möglich, ohne Dopamin glücklich zu sein? Biologisch gesehen ist es sehr schwer, da Dopamin die Motivation liefert, überhaupt am Leben teilzunehmen. Man könnte zwar theoretisch Momente der Ruhe genießen, aber es würde der Antrieb fehlen, diese Momente aktiv aufzusuchen.

·         Erschöpft ein Trauma den Dopaminspiegel? Chronischer Stress und traumatische Erlebnisse können das Belohnungssystem desensibilisieren. Dies führt oft dazu, dass Betroffene weniger Freude an früher geliebten Aktivitäten empfinden (Anhedonie).

·         Welches Hormon ist ein „Traurigkeitshormon“? Es gibt kein einzelnes Hormon für Traurigkeit. Oft ist es eher ein Ungleichgewicht oder ein Abfall von Botenstoffen wie Serotonin oder Dopamin in Kombination mit einem Anstieg des Stresshormons Cortisol.


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