ADHS und Lebenserwartung: Was hinter den sieben Jahren und dem Herzrisiko wirklich steckt
ADHS und Lebenserwartung: Was hinter den sieben Jahren und dem Herzrisiko wirklich steckt
ADHS und Lebenserwartung
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DESCRIPTION: ADHS und Lebenserwartung: Eine britische Studie mit 30.039 Erwachsenen findet eine verkürzte Lebenserwartung von 6,78 Jahren bei Männern und 8,64 bei Frauen. Was die Zahl bedeutet, was nicht, und wie das Herz-Kreislauf-Risiko einzuordnen ist.
Sieben Jahre: die Zahl, die niemand über ADHS hören will
Eine britische Kohortenstudie beziffert die verkürzte Lebenserwartung von Erwachsenen mit ADHS auf 6,78 Jahre bei Männern und 8,64 Jahre bei Frauen. Die Zahl ist echt und wird trotzdem fast immer falsch gelesen. Dieser Beitrag erklärt, was ein statistischer Unterschied auf Bevölkerungsebene aussagt, warum das Herz-Kreislauf-Risiko dabei eine Hauptrolle spielt und weshalb daraus kein Grund zum Fatalismus folgt.
Woher die Zahl zur verkürzten Lebenserwartung stammt
2025 erschien im British Journal of Psychiatry eine Matched-Cohort-Studie der Arbeitsgruppe um Elizabeth O’Nions. Ausgewertet wurden Hausarztdaten aus 792 britischen Praxen mit rund neun Millionen erfassten Erwachsenen. Daraus wurden 30.039 Erwachsene, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, mit 300.390 Vergleichspersonen ohne ADHS-Diagnose abgeglichen, also im Verhältnis eins zu zehn.
Männer mit ADHS kamen auf eine geschätzte Lebenserwartung von 73,26 Jahren, Männer ohne auf 80,03. Die Differenz beträgt 6,78 Jahre. Frauen mit ADHS kamen auf 75,15 Jahre, Frauen ohne auf 83,79. Die Differenz beträgt 8,64 Jahre. Die verkürzte Fassung, die durch die Medien läuft, lautet: ADHS-Betroffene sterben etwa sieben Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung, Frauen fast neun Jahre früher.
Die Zahlen stammen aus Sterbedaten der Jahre 2000 bis 2019. Sie beschreiben einen Unterschied zwischen zwei Gruppen. Sie beweisen nicht, dass ADHS als solche Lebenszeit verbraucht, und sie erlauben keine Aussage über einen einzelnen Menschen. Die erhöhte Mortalität ist mit ADHS assoziiert; sie ist damit nicht direkt auf ADHS zurückzuführen.
Erhöhte Mortalität: was die Zahl leistet und was nicht
Der Unterschied zwischen Gruppenstatistik und individueller Prognose wird in der Berichterstattung fast immer eingeebnet. Eine geschätzte mittlere Lebenserwartung ist kein Ablaufdatum. Sie sagt etwas über die Verteilung in einer sehr großen Gruppe aus und nichts über den Verlauf eines Lebens.
Dazu kommt ein zweiter Einwand, den die Autoren selbst benennen. Erfasst wurden nur Erwachsene mit einer dokumentierten ADHS-Diagnose. ADHS ist im Erwachsenenalter weiterhin deutlich unterdiagnostiziert. Wer im Versorgungssystem überhaupt sichtbar wird, hat häufig eine Vorgeschichte, die ihn dorthin gebracht hat: stärkere Belastungen, mehr Komorbiditäten, längere Versorgungslücken. Die untersuchte Gruppe dürfte damit sozial und gesundheitlich ausgewählt sein.
Die Autoren lesen ihre Ergebnisse deshalb als Hinweis auf veränderbare Risiken und auf unzureichende medizinische Versorgung bei psychischen und somatischen Begleiterkrankungen. Das ist eine Aussage über Versorgungsstrukturen.
Zur erhöhten Sterblichkeit tragen mehrere Wege bei, die in der Literatur regelmäßig auftauchen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Substanzmissbrauch, Unfälle und suizidales Verhalten. Keiner davon ist eine unmittelbare Folge der Aufmerksamkeitsstörung. Alle sind Folgen von Bedingungen, unter denen Menschen mit ADHS häufiger leben.
ADHS als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen
Die stärkste Grundlage für einen eigenständigen Zusammenhang zwischen ADHS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefert eine schwedische Registerkohorte. Verfolgt wurden 5,39 Millionen Erwachsene ohne vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung über durchschnittlich 11,8 Jahre.
Eine kardiovaskuläre Diagnose erhielten 38,05 Prozent der Menschen mit ADHS und 23,57 Prozent der Vergleichsgruppe. Der Abstand ist groß genug, um nicht als Rauschen durchzugehen.
Nach statistischer Kontrolle für Bildung, Migration, Typ-2-Diabetes, Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Schlafprobleme und starkes Rauchen blieb ADHS mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Die Hazard Ratio lag bei 1,84. Nach zusätzlicher Berücksichtigung psychiatrischer Komorbiditäten betrug sie noch 1,65.
Am deutlichsten ausgeprägt waren die Zusammenhänge mit Herzstillstand, hämorrhagischem Schlaganfall sowie peripheren Gefäß- und Arterioskleroseerkrankungen. Eine systematische Übersichtsarbeit kommt ebenfalls zu einem statistisch signifikanten Zusammenhang, allerdings mit erheblicher Streuung zwischen den einzelnen Arbeiten.
Was „unabhängiger Risikofaktor“ eigentlich heißt
Die Formulierung ist epidemiologisch gemeint. Unabhängig heißt: Der Zusammenhang blieb in einem statistischen Modell bestehen, nachdem bekannte Risikofaktoren mitgerechnet wurden. ADHS ist damit keine isolierte, unmittelbar organische Herzkrankheit.
Plausibel ist ein Bündel sich überlagernder Wege. Schlafstörungen, chronische Stressbelastung und Schwierigkeiten der Gefühlsregulation können Blutdruck, vegetative Aktivierung und Gesundheitsverhalten beeinflussen. ADHS ist häufiger mit Rauchen, problematischem Substanzkonsum, Bewegungsmangel und unregelmäßigem Essen verschränkt, ebenso mit Adipositas, Diabetes und Bluthochdruck.
Dazu kommt die exekutive Seite. Prävention, Terminorganisation, Adhärenz bei der Medikamenteneinnahme und die frühe Reaktion auf Symptome sind genau die Leistungen, die bei ADHS am schwersten fallen. Wer den Beitrag zu den Exekutivfunktionen kennt, erkennt hier das bekannte Muster in einem neuen Zusammenhang: Der Termin wird vergessen, weil die Organisation von Wichtigem an dieser Stelle nicht greift.
Psychiatrische Begleiterkrankungen und soziale Belastung verstärken einander: Wer wegen einer Depression den Hausarzttermin absagt, verpasst auch die Blutdruckmessung.
Warum Frauen mit ADHS den größeren Abstand haben
Die Differenz von 8,64 Jahren bei Frauen gegenüber 6,78 bei Männern wird in der Berichterstattung meist übergangen. Sie ist erklärungsbedürftig.
Eine naheliegende Erklärung führt über die Diagnose selbst. ADHS bei Mädchen und Frauen zeigt sich häufiger unaufmerksam als hyperaktiv und fällt im Kindes- und Jugendalter in Schule und Familie weniger auf. Erkannt wird sie deshalb später, oft erst im Erwachsenenalter und häufig nach einer Kette von Fehldiagnosen aus dem Bereich Angst, Depression oder Persönlichkeitsstörung. Wer erst mit vierzig eine Erklärung bekommt, hat zwei Jahrzehnte ohne Diagnostik und Therapie hinter sich, medikamentös wie psychotherapeutisch.
Dazu kommt das Ausmaß der Anpassungsleistung. Das Verbergen der eigenen Symptomatik im Alltag, in der Fachsprache Masking, ist bei Frauen stärker ausgeprägt und kostet dauerhaft Energie. Der Beitrag zu AuDHS bei Frauen beschreibt, wohin das führt: in eine chronische Erschöpfung, die selten als ADHS behandelt wird, weil sie als Erschöpfung erscheint.
Belastbare Kausalaussagen erlauben die Sterbedaten nicht. Sie zeigen einen Abstand, der bei den schlechter versorgten Gruppen größer ausfällt. Das ist ein Argument über Diagnostik, nicht über Biologie.
Mangelnde Versorgung statt individueller Vorwurf
Die Aufzählung von Rauchen, Bewegungsmangel und unregelmäßigem Essen liest sich schnell wie eine Liste persönlicher Versäumnisse. Diese Lesart wäre falsch und praktisch schädlich.
Wer das Risiko allein als Frage des Lebensstils behandelt, übersieht die Barrieren, die zwischen einer Einsicht und ihrer Umsetzung liegen: Versorgungslücken, Wartezeiten, die Schwierigkeit, Termine zu organisieren, das Schamgefühl beim Arztbesuch, die Erfahrung, mit der eigenen Symptomatik nicht ernst genommen zu werden. Bei ADHS ist der Abstand zwischen Wissen und Tun das Kernsymptom.
Daraus folgt eine andere Schlussrichtung. Die Zahlen sprechen für eine Versorgung, die den Körper mitdenkt, statt für Appelle an mehr Disziplin.
ADHS-Medikamente: differenzieren statt alarmieren
Stimulanzien und andere ADHS-Medikamente können Puls und Blutdruck erhöhen. Deshalb gehören eine kardiovaskuläre Anamnese sowie die Messung von Blutdruck und Puls zur Behandlung. NICE empfiehlt Kontrollen vor und nach Dosisänderungen und anschließend alle sechs Monate.
Aus einem erhöhten Puls folgt allerdings kein automatisch erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichen Herztod. Eine große Metaanalyse fand insgesamt keinen statistisch eindeutigen Anstieg schwerer kardiovaskulärer Ereignisse unter ADHS-Medikamenten. Seltene Ereignisse und besonders gefährdete Gruppen bleiben dabei mit Unsicherheit behaftet.
Andere Langzeitbeobachtungen deuten darauf hin, dass eine längere kumulative Einnahme mit Bluthochdruck und arteriellen Erkrankungen verbunden sein könnte. Das rechtfertigt kein abruptes Absetzen. Es spricht für eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko, für saubere Dosisführung und für regelmäßige körperliche Kontrollen.
Die Frage nach dem Cholesterin ist offen
Ein Teil der Berichterstattung stellt den Zusammenhang zwischen ADHS und Cholesterin als geklärt dar. Er ist es nicht.
Mehrere Arbeiten fanden bei Kindern mit ADHS erhöhte Werte des LDL-Cholesterins, teils bei adipösen, teils bei nicht adipösen Kindern. Andere Arbeiten an Kindern und Jugendlichen fanden das Gegenteil, nämlich niedrigere LDL-Werte als in den Kontrollgruppen.
Eine mögliche Erklärung liegt in der Behandlung selbst: Stimulanzien können Cholesterinwerte senken. Ob unbehandelte ADHS mit höheren Werten einhergeht als behandelte, ist bislang nicht belegt.
Auch die Vermutung eines Generationeneffekts über den mütterlichen Cholesterinspiegel in der Schwangerschaft steht auf dünnem Grund. Die Forschung kennt für solche Zusammenhänge ein warnendes Beispiel: Der Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen und ADHS beim Kind galt lange als ursächlich und ist in Metaanalysen vielfach belegt. Kontrolliert man für die Genetik der ADHS, verschwindet er. Mütter mit ADHS rauchen häufiger.
Was die Genetik zu den Begleiterkrankungen beisteuert
ADHS gilt als bis zu 80 Prozent erblich. Wenn Gene so viel zur Ausprägung beitragen, liegt die Frage nahe, ob dieselben Gene auch das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen.
Dieselbe schwedische Forschungsgruppe hat 2024 danach gesucht. Gefunden wurde ein Geflecht überlappender Genvarianten, die Gesundheitsergebnisse wie Adipositas und Diabetes beeinflussen. Ein einzelnes Gen, das ADHS verursacht und zugleich für Stoffwechselprobleme sorgt, war nicht darunter. Weitere Arbeiten fanden schwächere Hinweise auf Verbindungen zwischen der Genetik der ADHS und Markern wie Cholesterin und Körpermasseindex.
Die Schlussfolgerung der Autoren fällt zurückhaltend aus: Wer genetisch zu ADHS neigt, trägt ein kleines, statistisch nachweisbares Mehrrisiko für Herzprobleme im Erwachsenenalter.
Interessant ist dabei die Brücke zum Verhalten. ADHS und Adipositas hängen beide mit Dopamin zusammen, dem Botenstoff, der Belohnung und Antrieb steuert. Ein dopaminarmes Gehirn sucht Aktivitäten, die Dopamin freisetzen. Essen ist eine davon.
Diagnostik und Therapie: was sich konkret ergibt
Die brauchbare Botschaft für neurodivergente Erwachsene lautet nicht, dass ADHS krank macht. Sie lautet, dass Herz-Kreislauf-Vorsorge zu einer guten ADHS-Versorgung dazugehört.
Konkret heißt das: Blutdruck, Ruhepuls, Gewicht oder Taillenumfang, Blutzucker und Blutfette in sinnvollen Abständen prüfen lassen. Schlaf, Nikotin, Alkohol und andere Substanzen offen und ohne moralischen Unterton ansprechen. Bei ADHS-Medikation die halbjährlichen Puls- und Blutdruckkontrollen verbindlich organisieren, ebenso die Kontrollen nach Dosisänderungen. Brustschmerz, Belastungsatemnot, Ohnmacht, anhaltendes Herzrasen oder neue Rhythmusstörungen zeitnah abklären lassen.
Und: Die Behandlung von ADHS, Depression, Angst, Schlafstörung und Sucht gehört nicht künstlich getrennt. Wer nur eine dieser Achsen behandelt, arbeitet gegen die anderen.
Wie die Zahl zur reduzierten Lebenserwartung in der Presse kippt
Zwischen der Arbeit und ihrer Rezeption liegt eine Verschiebung, die sich lohnt, genau anzusehen. Die Autoren schreiben über eine Differenz zwischen Gruppen und über Versorgungslücken. In der Weitergabe wird daraus ein Satz über einzelne Menschen: ADHS kostet dich sieben Jahre.
Diese Verschiebung hat Folgen. Wer eine späte Diagnose bekommt und dann liest, dass ihm sieben Jahre fehlen, erlebt die Erklärung, auf die er lange gewartet hat, als Urteil. Für Menschen mit ADHS ist das besonders heikel, weil die biographische Erfahrung ohnehin oft aus Rückständen besteht: verpasste Fristen, abgebrochene Vorhaben, das Gefühl, hinter der eigenen Fähigkeit zurückzubleiben. Eine Zahl, die den Rückstand aufs ganze Leben ausdehnt, trifft in eine vorbereitete Wunde.
Zahlen dieser Art gehören deshalb mit ihrer Reichweite weitergegeben. Sie beschreiben, was ein Versorgungssystem an einer großen Gruppe versäumt. Über den Verlauf eines einzelnen Lebens sagen sie nichts.
Warum die Zahl trotzdem wichtig ist
Es wäre bequem, die sieben Jahre wegzurelativieren. Der Einwand mit der Selektion der Diagnosegruppe ist berechtigt, der Einwand mit der Gruppenstatistik ebenfalls. Beides ändert nichts daran, dass hier ein großer, wiederholt gemessener Abstand vorliegt, den eine gute Versorgung kleiner machen könnte.
Die Zahl ist ein Argument für eine ADHS-Versorgung, die den Körper einbezieht, die zugänglich ist und die die exekutiven Hürden mitdenkt, statt sie den Betroffenen als Aufgabe zurückzugeben. Fatalismus ist die einzige Reaktion, die aus diesen Daten sicher nicht folgt.
Das Wichtigste in Kürze
Die britische Matched-Cohort-Studie von O’Nions (British Journal of Psychiatry, 2025) verglich 30.039 Erwachsene mit diagnostiziertem ADHS mit 300.390 Vergleichspersonen aus 792 Hausarztpraxen. Geschätzte Lebenserwartung: 73,26 Jahre bei Männern (Differenz 6,78 Jahre) und 75,15 Jahre bei Frauen (Differenz 8,64 Jahre).
Das ist ein statistischer Unterschied auf Bevölkerungsebene aus Sterbedaten von 2000 bis 2019. Es ist keine individuelle Prognose.
Weil ADHS bei Erwachsenen unterdiagnostiziert bleibt, ist die dokumentierte Diagnosegruppe wahrscheinlich sozial und gesundheitlich ausgewählt.
Eine schwedische Registerkohorte mit 5,39 Millionen Erwachsenen fand eine kardiovaskuläre Diagnose bei 38,05 Prozent der Menschen mit ADHS gegenüber 23,57 Prozent der Vergleichsgruppe.
Nach Kontrolle für Bildung, Diabetes, Adipositas, Fettstoffwechsel, Schlafprobleme und starkes Rauchen blieb eine Hazard Ratio von 1,84; nach Berücksichtigung psychiatrischer Begleiterkrankungen 1,65.
„Unabhängiger Risikofaktor“ ist epidemiologisch gemeint. Es wirken mehrere Wege zusammen: Schlaf, Stress, Gesundheitsverhalten, exekutive Hürden bei Prävention und Medikamenteneinnahme, Begleiterkrankungen.
ADHS-Medikamente können Puls und Blutdruck erhöhen. Eine große Metaanalyse fand keinen eindeutigen Anstieg schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. NICE empfiehlt Kontrollen vor und nach Dosisänderungen sowie halbjährlich.
Die Cholesterinlage ist widersprüchlich. Es gibt Arbeiten mit höheren und mit niedrigeren LDL-Werten bei ADHS.
Der größere Abstand bei Frauen verweist auf späte Diagnose, Fehldiagnosen und die Dauerbelastung durch Masking.
Die sinnvolle Konsequenz ist eine ADHS-Versorgung, die Herz-Kreislauf-Vorsorge einschließt und die exekutiven Hürden organisiert, statt sie zu beklagen.
Quellen
Shared genetic architecture of ADHD and cardiometabolic traits – Translational Psychiatry 2024
Childhood ADHD traits and later-life health outcomes – JAMA Network Open 2026 (UCL)
The hidden way ADHD could be raising your cholesterol levels – BBC Science Focus, 04.07.2026
Metaanalyse: ADHS-Medikamente bergen keine Gefahr für das Herz – SpringerMedizin
Cardiovascular safety of ADHD medication: largest study to date – Lancet Psychiatry
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Sieben Jahre: die Zahl, die niemand über ADHS hören will
Eine britische Kohortenstudie beziffert die verkürzte Lebenserwartung von Erwachsenen mit ADHS auf 6,78 Jahre bei Männern und 8,64 Jahre bei Frauen. Die Zahl ist echt und wird trotzdem fast immer falsch gelesen. Dieser Beitrag erklärt, was ein statistischer Unterschied auf Bevölkerungsebene aussagt, warum das Herz-Kreislauf-Risiko dabei eine Hauptrolle spielt und weshalb daraus kein Grund zum Fatalismus folgt.
Woher die Zahl zur verkürzten Lebenserwartung stammt
2025 erschien im British Journal of Psychiatry eine Matched-Cohort-Studie der Arbeitsgruppe um Elizabeth O’Nions. Ausgewertet wurden Hausarztdaten aus 792 britischen Praxen mit rund neun Millionen erfassten Erwachsenen. Daraus wurden 30.039 Erwachsene, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, mit 300.390 Vergleichspersonen ohne ADHS-Diagnose abgeglichen, also im Verhältnis eins zu zehn.
Männer mit ADHS kamen auf eine geschätzte Lebenserwartung von 73,26 Jahren, Männer ohne auf 80,03. Die Differenz beträgt 6,78 Jahre. Frauen mit ADHS kamen auf 75,15 Jahre, Frauen ohne auf 83,79. Die Differenz beträgt 8,64 Jahre. Die verkürzte Fassung, die durch die Medien läuft, lautet: ADHS-Betroffene sterben etwa sieben Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung, Frauen fast neun Jahre früher.
Die Zahlen stammen aus Sterbedaten der Jahre 2000 bis 2019. Sie beschreiben einen Unterschied zwischen zwei Gruppen. Sie beweisen nicht, dass ADHS als solche Lebenszeit verbraucht, und sie erlauben keine Aussage über einen einzelnen Menschen. Die erhöhte Mortalität ist mit ADHS assoziiert; sie ist damit nicht direkt auf ADHS zurückzuführen.
Erhöhte Mortalität: was die Zahl leistet und was nicht
Der Unterschied zwischen Gruppenstatistik und individueller Prognose wird in der Berichterstattung fast immer eingeebnet. Eine geschätzte mittlere Lebenserwartung ist kein Ablaufdatum. Sie sagt etwas über die Verteilung in einer sehr großen Gruppe aus und nichts über den Verlauf eines Lebens.
Dazu kommt ein zweiter Einwand, den die Autoren selbst benennen. Erfasst wurden nur Erwachsene mit einer dokumentierten ADHS-Diagnose. ADHS ist im Erwachsenenalter weiterhin deutlich unterdiagnostiziert. Wer im Versorgungssystem überhaupt sichtbar wird, hat häufig eine Vorgeschichte, die ihn dorthin gebracht hat: stärkere Belastungen, mehr Komorbiditäten, längere Versorgungslücken. Die untersuchte Gruppe dürfte damit sozial und gesundheitlich ausgewählt sein.
Die Autoren lesen ihre Ergebnisse deshalb als Hinweis auf veränderbare Risiken und auf unzureichende medizinische Versorgung bei psychischen und somatischen Begleiterkrankungen. Das ist eine Aussage über Versorgungsstrukturen.
Zur erhöhten Sterblichkeit tragen mehrere Wege bei, die in der Literatur regelmäßig auftauchen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Substanzmissbrauch, Unfälle und suizidales Verhalten. Keiner davon ist eine unmittelbare Folge der Aufmerksamkeitsstörung. Alle sind Folgen von Bedingungen, unter denen Menschen mit ADHS häufiger leben.
ADHS als Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen
Die stärkste Grundlage für einen eigenständigen Zusammenhang zwischen ADHS und Herz-Kreislauf-Erkrankungen liefert eine schwedische Registerkohorte. Verfolgt wurden 5,39 Millionen Erwachsene ohne vorbestehende Herz-Kreislauf-Erkrankung über durchschnittlich 11,8 Jahre.
Eine kardiovaskuläre Diagnose erhielten 38,05 Prozent der Menschen mit ADHS und 23,57 Prozent der Vergleichsgruppe. Der Abstand ist groß genug, um nicht als Rauschen durchzugehen.
Nach statistischer Kontrolle für Bildung, Migration, Typ-2-Diabetes, Adipositas, Fettstoffwechselstörungen, Schlafprobleme und starkes Rauchen blieb ADHS mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden. Die Hazard Ratio lag bei 1,84. Nach zusätzlicher Berücksichtigung psychiatrischer Komorbiditäten betrug sie noch 1,65.
Am deutlichsten ausgeprägt waren die Zusammenhänge mit Herzstillstand, hämorrhagischem Schlaganfall sowie peripheren Gefäß- und Arterioskleroseerkrankungen. Eine systematische Übersichtsarbeit kommt ebenfalls zu einem statistisch signifikanten Zusammenhang, allerdings mit erheblicher Streuung zwischen den einzelnen Arbeiten.
Was „unabhängiger Risikofaktor“ eigentlich heißt
Die Formulierung ist epidemiologisch gemeint. Unabhängig heißt: Der Zusammenhang blieb in einem statistischen Modell bestehen, nachdem bekannte Risikofaktoren mitgerechnet wurden. ADHS ist damit keine isolierte, unmittelbar organische Herzkrankheit.
Plausibel ist ein Bündel sich überlagernder Wege. Schlafstörungen, chronische Stressbelastung und Schwierigkeiten der Gefühlsregulation können Blutdruck, vegetative Aktivierung und Gesundheitsverhalten beeinflussen. ADHS ist häufiger mit Rauchen, problematischem Substanzkonsum, Bewegungsmangel und unregelmäßigem Essen verschränkt, ebenso mit Adipositas, Diabetes und Bluthochdruck.
Dazu kommt die exekutive Seite. Prävention, Terminorganisation, Adhärenz bei der Medikamenteneinnahme und die frühe Reaktion auf Symptome sind genau die Leistungen, die bei ADHS am schwersten fallen. Wer den Beitrag zu den Exekutivfunktionen kennt, erkennt hier das bekannte Muster in einem neuen Zusammenhang: Der Termin wird vergessen, weil die Organisation von Wichtigem an dieser Stelle nicht greift.
Psychiatrische Begleiterkrankungen und soziale Belastung verstärken einander: Wer wegen einer Depression den Hausarzttermin absagt, verpasst auch die Blutdruckmessung.
Warum Frauen mit ADHS den größeren Abstand haben
Die Differenz von 8,64 Jahren bei Frauen gegenüber 6,78 bei Männern wird in der Berichterstattung meist übergangen. Sie ist erklärungsbedürftig.
Eine naheliegende Erklärung führt über die Diagnose selbst. ADHS bei Mädchen und Frauen zeigt sich häufiger unaufmerksam als hyperaktiv und fällt im Kindes- und Jugendalter in Schule und Familie weniger auf. Erkannt wird sie deshalb später, oft erst im Erwachsenenalter und häufig nach einer Kette von Fehldiagnosen aus dem Bereich Angst, Depression oder Persönlichkeitsstörung. Wer erst mit vierzig eine Erklärung bekommt, hat zwei Jahrzehnte ohne Diagnostik und Therapie hinter sich, medikamentös wie psychotherapeutisch.
Dazu kommt das Ausmaß der Anpassungsleistung. Das Verbergen der eigenen Symptomatik im Alltag, in der Fachsprache Masking, ist bei Frauen stärker ausgeprägt und kostet dauerhaft Energie. Der Beitrag zu AuDHS bei Frauen beschreibt, wohin das führt: in eine chronische Erschöpfung, die selten als ADHS behandelt wird, weil sie als Erschöpfung erscheint.
Belastbare Kausalaussagen erlauben die Sterbedaten nicht. Sie zeigen einen Abstand, der bei den schlechter versorgten Gruppen größer ausfällt. Das ist ein Argument über Diagnostik, nicht über Biologie.
Mangelnde Versorgung statt individueller Vorwurf
Die Aufzählung von Rauchen, Bewegungsmangel und unregelmäßigem Essen liest sich schnell wie eine Liste persönlicher Versäumnisse. Diese Lesart wäre falsch und praktisch schädlich.
Wer das Risiko allein als Frage des Lebensstils behandelt, übersieht die Barrieren, die zwischen einer Einsicht und ihrer Umsetzung liegen: Versorgungslücken, Wartezeiten, die Schwierigkeit, Termine zu organisieren, das Schamgefühl beim Arztbesuch, die Erfahrung, mit der eigenen Symptomatik nicht ernst genommen zu werden. Bei ADHS ist der Abstand zwischen Wissen und Tun das Kernsymptom.
Daraus folgt eine andere Schlussrichtung. Die Zahlen sprechen für eine Versorgung, die den Körper mitdenkt, statt für Appelle an mehr Disziplin.
ADHS-Medikamente: differenzieren statt alarmieren
Stimulanzien und andere ADHS-Medikamente können Puls und Blutdruck erhöhen. Deshalb gehören eine kardiovaskuläre Anamnese sowie die Messung von Blutdruck und Puls zur Behandlung. NICE empfiehlt Kontrollen vor und nach Dosisänderungen und anschließend alle sechs Monate.
Aus einem erhöhten Puls folgt allerdings kein automatisch erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder plötzlichen Herztod. Eine große Metaanalyse fand insgesamt keinen statistisch eindeutigen Anstieg schwerer kardiovaskulärer Ereignisse unter ADHS-Medikamenten. Seltene Ereignisse und besonders gefährdete Gruppen bleiben dabei mit Unsicherheit behaftet.
Andere Langzeitbeobachtungen deuten darauf hin, dass eine längere kumulative Einnahme mit Bluthochdruck und arteriellen Erkrankungen verbunden sein könnte. Das rechtfertigt kein abruptes Absetzen. Es spricht für eine individuelle Abwägung von Nutzen und Risiko, für saubere Dosisführung und für regelmäßige körperliche Kontrollen.
Die Frage nach dem Cholesterin ist offen
Ein Teil der Berichterstattung stellt den Zusammenhang zwischen ADHS und Cholesterin als geklärt dar. Er ist es nicht.
Mehrere Arbeiten fanden bei Kindern mit ADHS erhöhte Werte des LDL-Cholesterins, teils bei adipösen, teils bei nicht adipösen Kindern. Andere Arbeiten an Kindern und Jugendlichen fanden das Gegenteil, nämlich niedrigere LDL-Werte als in den Kontrollgruppen.
Eine mögliche Erklärung liegt in der Behandlung selbst: Stimulanzien können Cholesterinwerte senken. Ob unbehandelte ADHS mit höheren Werten einhergeht als behandelte, ist bislang nicht belegt.
Auch die Vermutung eines Generationeneffekts über den mütterlichen Cholesterinspiegel in der Schwangerschaft steht auf dünnem Grund. Die Forschung kennt für solche Zusammenhänge ein warnendes Beispiel: Der Zusammenhang zwischen mütterlichem Rauchen und ADHS beim Kind galt lange als ursächlich und ist in Metaanalysen vielfach belegt. Kontrolliert man für die Genetik der ADHS, verschwindet er. Mütter mit ADHS rauchen häufiger.
Was die Genetik zu den Begleiterkrankungen beisteuert
ADHS gilt als bis zu 80 Prozent erblich. Wenn Gene so viel zur Ausprägung beitragen, liegt die Frage nahe, ob dieselben Gene auch das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen.
Dieselbe schwedische Forschungsgruppe hat 2024 danach gesucht. Gefunden wurde ein Geflecht überlappender Genvarianten, die Gesundheitsergebnisse wie Adipositas und Diabetes beeinflussen. Ein einzelnes Gen, das ADHS verursacht und zugleich für Stoffwechselprobleme sorgt, war nicht darunter. Weitere Arbeiten fanden schwächere Hinweise auf Verbindungen zwischen der Genetik der ADHS und Markern wie Cholesterin und Körpermasseindex.
Die Schlussfolgerung der Autoren fällt zurückhaltend aus: Wer genetisch zu ADHS neigt, trägt ein kleines, statistisch nachweisbares Mehrrisiko für Herzprobleme im Erwachsenenalter.
Interessant ist dabei die Brücke zum Verhalten. ADHS und Adipositas hängen beide mit Dopamin zusammen, dem Botenstoff, der Belohnung und Antrieb steuert. Ein dopaminarmes Gehirn sucht Aktivitäten, die Dopamin freisetzen. Essen ist eine davon.
Diagnostik und Therapie: was sich konkret ergibt
Die brauchbare Botschaft für neurodivergente Erwachsene lautet nicht, dass ADHS krank macht. Sie lautet, dass Herz-Kreislauf-Vorsorge zu einer guten ADHS-Versorgung dazugehört.
Konkret heißt das: Blutdruck, Ruhepuls, Gewicht oder Taillenumfang, Blutzucker und Blutfette in sinnvollen Abständen prüfen lassen. Schlaf, Nikotin, Alkohol und andere Substanzen offen und ohne moralischen Unterton ansprechen. Bei ADHS-Medikation die halbjährlichen Puls- und Blutdruckkontrollen verbindlich organisieren, ebenso die Kontrollen nach Dosisänderungen. Brustschmerz, Belastungsatemnot, Ohnmacht, anhaltendes Herzrasen oder neue Rhythmusstörungen zeitnah abklären lassen.
Und: Die Behandlung von ADHS, Depression, Angst, Schlafstörung und Sucht gehört nicht künstlich getrennt. Wer nur eine dieser Achsen behandelt, arbeitet gegen die anderen.
Wie die Zahl zur reduzierten Lebenserwartung in der Presse kippt
Zwischen der Arbeit und ihrer Rezeption liegt eine Verschiebung, die sich lohnt, genau anzusehen. Die Autoren schreiben über eine Differenz zwischen Gruppen und über Versorgungslücken. In der Weitergabe wird daraus ein Satz über einzelne Menschen: ADHS kostet dich sieben Jahre.
Diese Verschiebung hat Folgen. Wer eine späte Diagnose bekommt und dann liest, dass ihm sieben Jahre fehlen, erlebt die Erklärung, auf die er lange gewartet hat, als Urteil. Für Menschen mit ADHS ist das besonders heikel, weil die biographische Erfahrung ohnehin oft aus Rückständen besteht: verpasste Fristen, abgebrochene Vorhaben, das Gefühl, hinter der eigenen Fähigkeit zurückzubleiben. Eine Zahl, die den Rückstand aufs ganze Leben ausdehnt, trifft in eine vorbereitete Wunde.
Zahlen dieser Art gehören deshalb mit ihrer Reichweite weitergegeben. Sie beschreiben, was ein Versorgungssystem an einer großen Gruppe versäumt. Über den Verlauf eines einzelnen Lebens sagen sie nichts.
Warum die Zahl trotzdem wichtig ist
Es wäre bequem, die sieben Jahre wegzurelativieren. Der Einwand mit der Selektion der Diagnosegruppe ist berechtigt, der Einwand mit der Gruppenstatistik ebenfalls. Beides ändert nichts daran, dass hier ein großer, wiederholt gemessener Abstand vorliegt, den eine gute Versorgung kleiner machen könnte.
Die Zahl ist ein Argument für eine ADHS-Versorgung, die den Körper einbezieht, die zugänglich ist und die die exekutiven Hürden mitdenkt, statt sie den Betroffenen als Aufgabe zurückzugeben. Fatalismus ist die einzige Reaktion, die aus diesen Daten sicher nicht folgt.
Das Wichtigste in Kürze
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Das ist ein statistischer Unterschied auf Bevölkerungsebene aus Sterbedaten von 2000 bis 2019. Es ist keine individuelle Prognose.
Weil ADHS bei Erwachsenen unterdiagnostiziert bleibt, ist die dokumentierte Diagnosegruppe wahrscheinlich sozial und gesundheitlich ausgewählt.
Eine schwedische Registerkohorte mit 5,39 Millionen Erwachsenen fand eine kardiovaskuläre Diagnose bei 38,05 Prozent der Menschen mit ADHS gegenüber 23,57 Prozent der Vergleichsgruppe.
Nach Kontrolle für Bildung, Diabetes, Adipositas, Fettstoffwechsel, Schlafprobleme und starkes Rauchen blieb eine Hazard Ratio von 1,84; nach Berücksichtigung psychiatrischer Begleiterkrankungen 1,65.
„Unabhängiger Risikofaktor“ ist epidemiologisch gemeint. Es wirken mehrere Wege zusammen: Schlaf, Stress, Gesundheitsverhalten, exekutive Hürden bei Prävention und Medikamenteneinnahme, Begleiterkrankungen.
ADHS-Medikamente können Puls und Blutdruck erhöhen. Eine große Metaanalyse fand keinen eindeutigen Anstieg schwerer kardiovaskulärer Ereignisse. NICE empfiehlt Kontrollen vor und nach Dosisänderungen sowie halbjährlich.
Die Cholesterinlage ist widersprüchlich. Es gibt Arbeiten mit höheren und mit niedrigeren LDL-Werten bei ADHS.
Der größere Abstand bei Frauen verweist auf späte Diagnose, Fehldiagnosen und die Dauerbelastung durch Masking.
Die sinnvolle Konsequenz ist eine ADHS-Versorgung, die Herz-Kreislauf-Vorsorge einschließt und die exekutiven Hürden organisiert, statt sie zu beklagen.
Quellen
Shared genetic architecture of ADHD and cardiometabolic traits – Translational Psychiatry 2024
Childhood ADHD traits and later-life health outcomes – JAMA Network Open 2026 (UCL)
The hidden way ADHD could be raising your cholesterol levels – BBC Science Focus, 04.07.2026
Metaanalyse: ADHS-Medikamente bergen keine Gefahr für das Herz – SpringerMedizin
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