Burnout-Diagnose: Was der Fehlzeiten-Report 2026 wirklich misst
Burnout-Diagnose: Was der Fehlzeiten-Report 2026 wirklich misst
Burnout-Diagnose
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DESCRIPTION: Laut AOK-Fehlzeiten-Report 2026 stiegen die Ausfalltage wegen Burnout in zehn Jahren um 77 Prozent. Was die Zahlen zeigen, warum Burnout nach ICD keine Krankheit ist und was das für die Debatte um Krankentage bedeutet.
Burnout: Die Diagnose, die keine ist
Der Fehlzeiten-Report 2026 der AOK meldet 77 Prozent mehr Ausfalltage wegen Burnout in zehn Jahren. Die Schlagzeile passt in ein Jahr, in dem der Bundeskanzler öffentlich fragt, ob so viele Krankentage „wirklich notwendig“ sind. Beide Seiten der Debatte reden dabei über eine Kategorie, die in der Medizin keine Krankheit ist. Wer verstehen will, was die Zahlen sagen, muss klären, was gezählt wird, was Burnout diagnostisch bedeutet und warum Erschöpfung seit dem Mittelalter als moralische Frage verhandelt wird.
Was der Fehlzeiten-Report 2026 zeigt
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat den Report am 8. Oktober 2026 vorgestellt. Er wertet die Krankschreibungen der AOK-versicherten Beschäftigten aus und steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken“.
Die wichtigsten Zahlen:
· Der Krankenstand insgesamt sinkt leicht. 2025 kamen auf jedes AOK-Mitglied 23,3 Fehltage, nach 24,5 im Jahr 2022. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Wert noch darunter.
· Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stiegen von 284 je 100 Mitglieder im Jahr 2016 auf 403 im Jahr 2025, ein Plus von knapp 42 Prozent.
· Ein psychisch bedingter Ausfall dauerte 2025 im Schnitt 28,5 Tage. Eine Atemwegserkrankung dauerte 5,7 Tage.
· Die Fehltage mit einer Burnout-Diagnose stiegen von 11,0 auf 19,5 je 100 Mitglieder, um 77 Prozent.
· Am häufigsten fallen Beschäftigte im Dialogmarketing aus, also in Callcentern, gefolgt von Haus- und Familienpflege, Altenpflege, Heilerziehungspflege und Kinderbetreuung.
· Die Krankenkassen zahlten 2025 vorläufig 21,6 Milliarden Euro Krankengeld. Zehn Jahre zuvor waren es 11,2 Milliarden.
Wie groß ist der Anteil von Burnout?
Die 77 Prozent klingen nach einer Welle. Der Blick auf die absoluten Zahlen ordnet sie ein. 19,5 Burnout-Tagen stehen 403 Tage wegen psychischer Erkrankungen gegenüber, jeweils je 100 Mitglieder. Burnout macht damit knapp fünf Prozent der psychisch bedingten Fehltage aus.
Den größten Teil der Ausfälle verursachen Diagnosen, die in der Berichterstattung kaum vorkommen. Laut Report führen „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ zu den Ausfallzeiten, danach folgen depressive Episoden und wiederkehrende depressive Störungen. Die Presse spricht vom Burnout-Report, weil das Wort jeder kennt. Die Zahlen des Reports handeln vor allem von Depressionen und Belastungsreaktionen.
Fehlzeiten messen keine Krankheitshäufigkeit
Die Psychiaterin Steffi Riedel-Heller von der Universität Leipzig hält im Report fest, Fehlzeiten seien ein wichtiger Indikator, aber kein direktes Maß für die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung. Der Satz ging in der Medienberichterstattung unter, obwohl er die Zahlen erst lesbar macht.
Eine Krankschreibung hängt an mehr als an der Krankheit. Sie hängt davon ab, ob jemand zum Arzt geht, ob er sein Leiden als psychisch benennt, ob der Arzt es so kodiert und ob der Arbeitgeber die Diagnose zu sehen bekommt. Jeder dieser Schritte hat sich in zehn Jahren verändert. Psychische Erkrankungen sind weniger stigmatisiert, Ärzte benennen psychische Leiden eher als solche, und viele Patienten sagen heute selbst, dass sie erschöpft und niedergeschlagen sind.
Dazu kommt ein technischer Effekt. Seit dem 1. Juli 2022 gilt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Krankenkassen erfassen seitdem Krankschreibungen, die früher nie bei ihnen ankamen. Das WIdO führt den Sprung im Krankenstand ab 2022 ausdrücklich auf diese vollständigere Erfassung zurück.
Ist Burnout eine Diagnose nach ICD?
In der ICD-10-GM, nach der deutsche Ärzte kodieren, steht Burnout unter Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Dort ist „Ausgebranntsein [Burn-out]“ neben „Zustand der totalen Erschöpfung“, Stress und „Mangel an Entspannung oder Freizeit“ eingeschlossen. Die WHO-Fassung der ICD-10 führt dafür den eigenen Unterkode Z73.0 „Burn-out“. Das Kapitel Z erfasst Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Ein Z-Kode beschreibt einen Anlass für den Kontakt mit dem Arzt. Die DGPPN empfahl 2012, ihn zusätzlich zu vergeben, wenn eine psychische Erkrankung auf Überforderung bei der Arbeit zurückgeht.
Die ICD-11 hat die Lage 2019 präzisiert. Die Weltgesundheitsorganisation führt Burnout unter QD85 im Kapitel 24 „Faktoren, die den Gesundheitszustand oder den Kontakt mit Gesundheitsdiensten beeinflussen“, im Abschnitt über Probleme mit Arbeit oder Arbeitslosigkeit. Sie definiert es als Syndrom, das auf chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Stress am Arbeitsplatz zurückgeht, mit drei Merkmalen: Erschöpfung, wachsende innere Distanz oder Zynismus gegenüber der eigenen Arbeit und das Gefühl, wirkungslos zu sein und nichts zu erreichen. Die WHO schreibt dazu, Burnout sei „not classified as a medical condition“. Der Begriff gilt ausschließlich für den beruflichen Kontext und soll auf andere Lebensbereiche nicht angewandt werden. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Anpassungsstörungen, Belastungsstörungen, Angststörungen und affektive Störungen. Liegt eine dieser Erkrankungen vor, wird sie kodiert und QD85 entfällt.
Die Kategorie, die im Report am stärksten wächst, ist also die einzige, die nach beiden Klassifikationen keine Krankheit bezeichnet.
Burnout und Depression: Wo liegt der Unterschied?
Die Forschung findet bisher keine saubere Grenze. Renzo Bianchi, Irvin Schonfeld und Eric Laurent haben 2015 92 Studien zur Überschneidung von Burnout und Depression ausgewertet. Ihr Ergebnis: Die Unterscheidung ist begrifflich brüchig. Unklar bleibt vor allem, wie sich das Endstadium eines Burnouts von einer klinischen Depression unterscheiden soll. Die neueren Studien stellen die Eigenständigkeit des Burnouts eher infrage. Einheitliche diagnostische Kriterien gibt es nicht.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) hat 2012 eine praktische Trennung vorgeschlagen. Burnout ist danach keine Krankheit und stellt „einen Risikozustand für nachfolgende psychische oder körperliche Erkrankungen“ dar. Wer darüber eine Depression, eine Angststörung oder eine Abhängigkeit entwickelt, hat eine behandlungsbedürftige Erkrankung, und diese Erkrankung gehört diagnostiziert. Als Risikofaktor nennt die DGPPN frühere Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen.
Das erklärt die Beliebtheit des Wortes. „Burnout“ sagt, dass jemand viel gearbeitet hat, und klingt deshalb weniger nach Versagen als „Depression“. Viele Patienten nennen ihren Zustand lieber Burnout, und manche Ärzte kodieren entsprechend. Das umgangssprachliche Wort „Erschöpfungsdepression“ verbindet beides und ist ebenfalls keine Diagnose der ICD.
Wann hinter einem Burnout eine Depression steckt
Die WHO-Definition liefert selbst das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Burnout ist auf die Arbeit beschränkt. Die typischen Symptome eines Burnout-Syndroms sind emotionale Erschöpfung, Zynismus gegenüber der Arbeit und das Gefühl, trotz Anstrengung nichts zu bewirken. Wer auch im Urlaub, am Wochenende und in der Freizeit keine Freude mehr empfindet, wer innere Leere und Antriebslosigkeit spürt, wer morgens früh erwacht und nicht mehr einschläft, wer an Gewicht verliert, sich wertlos fühlt oder an den Tod denkt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine depressive Episode. Schlafstörungen und körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen kommen bei beidem vor und taugen nicht zur Unterscheidung.
Populär sind Phasenmodelle, etwa die zwölf Phasen eines Burnouts, auf Freudenberger und Gail North zurückgehen. Sie stammen aus klinischer Beobachtung und sind empirisch kaum untersucht. Für die Diagnose zählt der aktuelle Zustand.
Für die Behandlung macht das einen großen Unterschied. Eine Depression spricht auf Psychotherapie, etwa die kognitive Verhaltenstherapie, und gegebenenfalls auf Antidepressiva an. Der erste Ansprechpartner für professionelle Hilfe ist oft der Hausarzt. Eine Auszeit allein heilt sie selten, und wer nach drei Wochen Erholung unverändert zurückkommt, sollte das als Hinweis nehmen. Wer seine Depression Burnout nennt, wartet oft zu lange.
Merz und die Frage nach den Krankentagen
Mitte Januar 2026 sagte Friedrich Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau über die Krankentage der Arbeitnehmer: „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten.“ Er fragte: „Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“ Zur telefonischen Krankschreibung sagte er: „Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?“ Am 14. Januar, beim Neujahrsempfang von IHK Halle-Dessau und Handwerkskammer Halle, wiederholte er, was er schon im Mai 2025 auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats gesagt hatte: „Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche wird sich unser Wohlstand nicht erhalten lassen.“
Der Fehlzeiten-Report antwortet darauf mit Daten. Der Krankenstand sinkt. Ein Teil des Anstiegs seit 2022 geht auf die vollständigere Erfassung zurück. Eine AOK-Studie von 2025 fand keine Anzeichen für einen systematischen Missbrauch der telefonischen Krankschreibung. Was wächst, sind lange Ausfälle wegen Depressionen und Belastungsreaktionen, und die treffen vor allem Pflege, Erziehung und Callcenter. Wer dort fehlt, fehlt wochenlang.
Was die Befragung über Sorgen und Erschöpfung sagt
Der Report enthält eine Befragung von Beschäftigten. Wer sich um seine wirtschaftliche Lage sorgt oder Angst hat, die Arbeit zu verlieren, berichtet häufiger von Niedergeschlagenheit, Wut und Erschöpfung. WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder rechnet damit, dass sich diese Belastungen bei der aktuellen Wirtschaftslage verstärken und später in den Fehlzeiten zeigen.
Damit wird die Debatte selbst Teil des Problems. Eine Regierung, die mehr Arbeit verlangt und Krankschreibungen in Zweifel zieht, erhöht genau die Unsicherheit, die die Befragung mit Erschöpfung verbindet.
Acedia, Neurasthenie, Burnout: Erschöpfung als moralische Frage
Die Frage, ob Erschöpfung Krankheit oder Charakterschwäche ist, hat eine lange Geschichte. Der Mönch Evagrius Ponticus beschrieb im 4. Jahrhundert die Acedia, den „Mittagsdämon“, der Mönche in der Zelle überfällt: Überdruss, Unruhe, das Gefühl, die Zeit stehe still. Thomas von Aquin bestimmte sie im 13. Jahrhundert als Traurigkeit über das geistliche Gut. In den Listen der Hauptsünden wurde sie zur Trägheit, im Volksmund zur Faulheit. Wer erschöpft war, hatte gesündigt.
1869 beschrieb der amerikanische Arzt George Miller Beard die Neurasthenie, die nervöse Erschöpfung. Er führte sie auf das Tempo der Moderne zurück, auf Eisenbahn, Telegraf und Konkurrenz. Neurasthenie galt als Leiden der Tüchtigen, der Geschäftsleute und Gelehrten. Um 1900 füllte sie in Deutschland die Nervenheilanstalten. Der Historiker Joachim Radkau nennt die Epoche „Das Zeitalter der Nervosität“.
1974 veröffentlichte der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger seinen Aufsatz „Staff Burn-Out“. Er hatte an einer alternativen, kostenlosen Klinik in New York beobachtet, wie engagierte Mitarbeiter nach Monaten müde, gereizt und zynisch wurden. Für den Zustand nahm er ein Wort, das umgangssprachlich die Folgen chronischen Drogenkonsums bezeichnete. Christina Maslach entwickelte daraus mit Susan Jackson 1981 das Maslach Burnout Inventory, das bis heute die Forschung bestimmt.
Die drei Begriffe verteilen Schuld und Ehre verschieden. Die Acedia war eine Sünde des Einzelnen. Die Neurasthenie war eine Auszeichnung für die, die mit der Zeit Schritt hielten. Das Burnout setzt voraus, dass jemand gebrannt hat. Merz’ Frage nach den Krankentagen führt die Debatte zurück zur Acedia.
Die Müdigkeitsgesellschaft
Der Soziologe Alain Ehrenberg hat 1998 die Depression als Krankheit einer Gesellschaft beschrieben, die vom Einzelnen verlangt, er selbst zu sein und sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Sein Buch erschien auf Deutsch als „Das erschöpfte Selbst“. Wer an dieser Aufgabe scheitert, erlebt das als eigene Unzulänglichkeit.
Byung-Chul Han hat den Gedanken 2010 in der „Müdigkeitsgesellschaft“ zugespitzt. Das Leistungssubjekt beutet sich nach Han selbst aus, ohne äußeren Herrn, und ist Täter und Opfer in einem. Erschöpfung wird dann zum Zeichen, dass jemand alles gegeben hat. Das erklärt, warum Burnout als Etikett leichter über die Lippen geht als Depression.
Beide Analysen haben eine Schwäche, die der Fehlzeiten-Report sichtbar macht. Die meisten Ausfälle entstehen in der Altenpflege, im Callcenter und in der Kita. Hans Leistungssubjekt, das sich aus freien Stücken verausgabt, ist dort schwer zu finden. In diesen Berufen fehlen Personal, Geld und Anerkennung.
Das Wichtigste in Kürze
• Der Fehlzeiten-Report 2026 meldet 77 Prozent mehr Fehltage wegen Burnout und knapp 42 Prozent mehr wegen psychischer Erkrankungen in zehn Jahren. Der Krankenstand insgesamt sinkt.
• Burnout macht knapp fünf Prozent der psychisch bedingten Fehltage aus. Die meisten Ausfälle gehen auf Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen und Depressionen zurück.
• Fehlzeiten messen nicht, wie häufig psychische Erkrankungen sind. Sie hängen auch davon ab, wie Ärzte kodieren, wie offen über psychische Leiden gesprochen wird, und seit 2022 von der elektronischen Krankschreibung.
• Burnout ist nach ICD-10 (Z73) und ICD-11 (QD85) keine Krankheit. Die WHO beschreibt es als berufsbezogenes Phänomen und schließt es aus, sobald eine Depression oder Anpassungsstörung vorliegt.
• Burnout und Depression lassen sich wissenschaftlich kaum trennen. Wer auch außerhalb der Arbeit keine Freude mehr empfindet, hat wahrscheinlich eine Depression und sollte sie behandeln lassen.
• Die Debatte um Krankentage wiederholt eine alte Frage. Acedia, Neurasthenie und Burnout verteilen Schuld und Ehre jeweils anders.
Quellen
· AOK-Bundesverband (2026): Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in zehn Jahren um 42 Prozent gestiegen. Pressemitteilung zum Fehlzeiten-Report 2026, 8. Oktober 2026. https://www.aok.de/pp/bv/pm/fehlzeiten-report-2026/
· AOK: Fehlzeiten-Report Psyche. https://www.aok.de/pp/gg/update/fehlzeiten-report-psyche/
· World Health Organization (2019): Burn-out an „occupational phenomenon“: International Classification of Diseases. https://www.who.int/news/item/28-05-2019-burn-out-an-occupational-phenomenon-international-classification-of-diseases
· Bianchi, R., Schonfeld, I. S., Laurent, E. (2015): Burnout-depression overlap: a review. Clinical Psychology Review 36, 28–41. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2015.01.004
· Berger, M., Falkai, P., Maier, W. (2012): Arbeitswelt und psychische Belastungen: Burn-out ist keine Krankheit. Deutsches Ärzteblatt 109(14), A 700–702. https://www.aerzteblatt.de/archiv/124719
· BfArM: ICD-10-GM 2026, Z70–Z76. https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2026/block-z70-z76.htm
· WHO: ICD-10 Version 2019, Z73.0. https://icd.who.int/browse10/2019/en#/Z73.0
· WHO: ICD-11 MMS 2025-01, QD85 Burnout. https://icd.who.int/browse/2025-01/mms/en#129180281
· Freudenberger, H. J. (1974): Staff Burn-Out. Journal of Social Issues 30(1), 159–165. https://doi.org/10.1111/j.1540-4560.1974.tb00706.x
· Maslach, C., Jackson, S. E. (1981): The measurement of experienced burnout. Journal of Occupational Behaviour 2(2), 99–113. https://doi.org/10.1002/job.4030020205
· Maslach, C., Schaufeli, W. B., Leiter, M. P. (2001): Job Burnout. Annual Review of Psychology 52, 397–422. https://doi.org/10.1146/annurev.psych.52.1.397
· Beard, G. M. (1869): Neurasthenia, or nervous exhaustion. Boston Medical and Surgical Journal 80(13), 217–221. https://doi.org/10.1056/NEJM186904290801301
· Radkau, J. (1998): Das Zeitalter der Nervosität. Deutschland zwischen Bismarck und Hitler. München: Hanser.
· Ehrenberg, A. (2004): Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart. Frankfurt am Main: Campus.
· Han, B.-C. (2010): Müdigkeitsgesellschaft. Berlin: Matthes & Seitz.
· ZDFheute (2026): Merz kritisiert hohen Krankenstand und Telefonkrankschreibung. https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/krankmeldung-krankenstand-merz-kritik-100.html
· LTO (2026): Merz’ Vorstoß zur Arbeitskraft-Debatte: Mehr arbeiten, weniger krank sein? https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/zu-viele-krankheitstage-telefonische-au-arbeitszeitgesetz-merz-kritik
· dubisthalle.de (2026): Neujahrsempfang von IHK und Handwerkskammer mit Bundeskanzler Merz in der Händelhalle, 15. Januar 2026. https://dubisthalle.de/neujahrsempfang-von-ihk-und-handwerkskammer-mit-bundeskanzler-merz-in-der-haendelhalle/
· Tagesspiegel (2025): Merz kritisiert Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance, 14. Mai 2025. https://www.tagesspiegel.de/politik/merz-kritisiert-vier-tage-woche-und-work-life-balance-wir-mussen-in-diesem-land-wieder-mehr-arbeiten-13687588.html
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Burnout: Die Diagnose, die keine ist
Der Fehlzeiten-Report 2026 der AOK meldet 77 Prozent mehr Ausfalltage wegen Burnout in zehn Jahren. Die Schlagzeile passt in ein Jahr, in dem der Bundeskanzler öffentlich fragt, ob so viele Krankentage „wirklich notwendig“ sind. Beide Seiten der Debatte reden dabei über eine Kategorie, die in der Medizin keine Krankheit ist. Wer verstehen will, was die Zahlen sagen, muss klären, was gezählt wird, was Burnout diagnostisch bedeutet und warum Erschöpfung seit dem Mittelalter als moralische Frage verhandelt wird.
Was der Fehlzeiten-Report 2026 zeigt
Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) hat den Report am 8. Oktober 2026 vorgestellt. Er wertet die Krankschreibungen der AOK-versicherten Beschäftigten aus und steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Mentale Gesundheit in der Arbeitswelt stärken“.
Die wichtigsten Zahlen:
· Der Krankenstand insgesamt sinkt leicht. 2025 kamen auf jedes AOK-Mitglied 23,3 Fehltage, nach 24,5 im Jahr 2022. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Wert noch darunter.
· Die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stiegen von 284 je 100 Mitglieder im Jahr 2016 auf 403 im Jahr 2025, ein Plus von knapp 42 Prozent.
· Ein psychisch bedingter Ausfall dauerte 2025 im Schnitt 28,5 Tage. Eine Atemwegserkrankung dauerte 5,7 Tage.
· Die Fehltage mit einer Burnout-Diagnose stiegen von 11,0 auf 19,5 je 100 Mitglieder, um 77 Prozent.
· Am häufigsten fallen Beschäftigte im Dialogmarketing aus, also in Callcentern, gefolgt von Haus- und Familienpflege, Altenpflege, Heilerziehungspflege und Kinderbetreuung.
· Die Krankenkassen zahlten 2025 vorläufig 21,6 Milliarden Euro Krankengeld. Zehn Jahre zuvor waren es 11,2 Milliarden.
Wie groß ist der Anteil von Burnout?
Die 77 Prozent klingen nach einer Welle. Der Blick auf die absoluten Zahlen ordnet sie ein. 19,5 Burnout-Tagen stehen 403 Tage wegen psychischer Erkrankungen gegenüber, jeweils je 100 Mitglieder. Burnout macht damit knapp fünf Prozent der psychisch bedingten Fehltage aus.
Den größten Teil der Ausfälle verursachen Diagnosen, die in der Berichterstattung kaum vorkommen. Laut Report führen „Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen“ zu den Ausfallzeiten, danach folgen depressive Episoden und wiederkehrende depressive Störungen. Die Presse spricht vom Burnout-Report, weil das Wort jeder kennt. Die Zahlen des Reports handeln vor allem von Depressionen und Belastungsreaktionen.
Fehlzeiten messen keine Krankheitshäufigkeit
Die Psychiaterin Steffi Riedel-Heller von der Universität Leipzig hält im Report fest, Fehlzeiten seien ein wichtiger Indikator, aber kein direktes Maß für die Häufigkeit psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung. Der Satz ging in der Medienberichterstattung unter, obwohl er die Zahlen erst lesbar macht.
Eine Krankschreibung hängt an mehr als an der Krankheit. Sie hängt davon ab, ob jemand zum Arzt geht, ob er sein Leiden als psychisch benennt, ob der Arzt es so kodiert und ob der Arbeitgeber die Diagnose zu sehen bekommt. Jeder dieser Schritte hat sich in zehn Jahren verändert. Psychische Erkrankungen sind weniger stigmatisiert, Ärzte benennen psychische Leiden eher als solche, und viele Patienten sagen heute selbst, dass sie erschöpft und niedergeschlagen sind.
Dazu kommt ein technischer Effekt. Seit dem 1. Juli 2022 gilt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Die Krankenkassen erfassen seitdem Krankschreibungen, die früher nie bei ihnen ankamen. Das WIdO führt den Sprung im Krankenstand ab 2022 ausdrücklich auf diese vollständigere Erfassung zurück.
Ist Burnout eine Diagnose nach ICD?
In der ICD-10-GM, nach der deutsche Ärzte kodieren, steht Burnout unter Z73 „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“. Dort ist „Ausgebranntsein [Burn-out]“ neben „Zustand der totalen Erschöpfung“, Stress und „Mangel an Entspannung oder Freizeit“ eingeschlossen. Die WHO-Fassung der ICD-10 führt dafür den eigenen Unterkode Z73.0 „Burn-out“. Das Kapitel Z erfasst Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen. Ein Z-Kode beschreibt einen Anlass für den Kontakt mit dem Arzt. Die DGPPN empfahl 2012, ihn zusätzlich zu vergeben, wenn eine psychische Erkrankung auf Überforderung bei der Arbeit zurückgeht.
Die ICD-11 hat die Lage 2019 präzisiert. Die Weltgesundheitsorganisation führt Burnout unter QD85 im Kapitel 24 „Faktoren, die den Gesundheitszustand oder den Kontakt mit Gesundheitsdiensten beeinflussen“, im Abschnitt über Probleme mit Arbeit oder Arbeitslosigkeit. Sie definiert es als Syndrom, das auf chronischen, nicht erfolgreich bewältigten Stress am Arbeitsplatz zurückgeht, mit drei Merkmalen: Erschöpfung, wachsende innere Distanz oder Zynismus gegenüber der eigenen Arbeit und das Gefühl, wirkungslos zu sein und nichts zu erreichen. Die WHO schreibt dazu, Burnout sei „not classified as a medical condition“. Der Begriff gilt ausschließlich für den beruflichen Kontext und soll auf andere Lebensbereiche nicht angewandt werden. Ausdrücklich ausgeschlossen sind Anpassungsstörungen, Belastungsstörungen, Angststörungen und affektive Störungen. Liegt eine dieser Erkrankungen vor, wird sie kodiert und QD85 entfällt.
Die Kategorie, die im Report am stärksten wächst, ist also die einzige, die nach beiden Klassifikationen keine Krankheit bezeichnet.
Burnout und Depression: Wo liegt der Unterschied?
Die Forschung findet bisher keine saubere Grenze. Renzo Bianchi, Irvin Schonfeld und Eric Laurent haben 2015 92 Studien zur Überschneidung von Burnout und Depression ausgewertet. Ihr Ergebnis: Die Unterscheidung ist begrifflich brüchig. Unklar bleibt vor allem, wie sich das Endstadium eines Burnouts von einer klinischen Depression unterscheiden soll. Die neueren Studien stellen die Eigenständigkeit des Burnouts eher infrage. Einheitliche diagnostische Kriterien gibt es nicht.
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN) hat 2012 eine praktische Trennung vorgeschlagen. Burnout ist danach keine Krankheit und stellt „einen Risikozustand für nachfolgende psychische oder körperliche Erkrankungen“ dar. Wer darüber eine Depression, eine Angststörung oder eine Abhängigkeit entwickelt, hat eine behandlungsbedürftige Erkrankung, und diese Erkrankung gehört diagnostiziert. Als Risikofaktor nennt die DGPPN frühere Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen.
Das erklärt die Beliebtheit des Wortes. „Burnout“ sagt, dass jemand viel gearbeitet hat, und klingt deshalb weniger nach Versagen als „Depression“. Viele Patienten nennen ihren Zustand lieber Burnout, und manche Ärzte kodieren entsprechend. Das umgangssprachliche Wort „Erschöpfungsdepression“ verbindet beides und ist ebenfalls keine Diagnose der ICD.
Wann hinter einem Burnout eine Depression steckt
Die WHO-Definition liefert selbst das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Burnout ist auf die Arbeit beschränkt. Die typischen Symptome eines Burnout-Syndroms sind emotionale Erschöpfung, Zynismus gegenüber der Arbeit und das Gefühl, trotz Anstrengung nichts zu bewirken. Wer auch im Urlaub, am Wochenende und in der Freizeit keine Freude mehr empfindet, wer innere Leere und Antriebslosigkeit spürt, wer morgens früh erwacht und nicht mehr einschläft, wer an Gewicht verliert, sich wertlos fühlt oder an den Tod denkt, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine depressive Episode. Schlafstörungen und körperliche Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen kommen bei beidem vor und taugen nicht zur Unterscheidung.
Populär sind Phasenmodelle, etwa die zwölf Phasen eines Burnouts, auf Freudenberger und Gail North zurückgehen. Sie stammen aus klinischer Beobachtung und sind empirisch kaum untersucht. Für die Diagnose zählt der aktuelle Zustand.
Für die Behandlung macht das einen großen Unterschied. Eine Depression spricht auf Psychotherapie, etwa die kognitive Verhaltenstherapie, und gegebenenfalls auf Antidepressiva an. Der erste Ansprechpartner für professionelle Hilfe ist oft der Hausarzt. Eine Auszeit allein heilt sie selten, und wer nach drei Wochen Erholung unverändert zurückkommt, sollte das als Hinweis nehmen. Wer seine Depression Burnout nennt, wartet oft zu lange.
Merz und die Frage nach den Krankentagen
Mitte Januar 2026 sagte Friedrich Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau über die Krankentage der Arbeitnehmer: „Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten.“ Er fragte: „Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?“ Zur telefonischen Krankschreibung sagte er: „Während der Coronazeit begründet richtig, heute immer noch?“ Am 14. Januar, beim Neujahrsempfang von IHK Halle-Dessau und Handwerkskammer Halle, wiederholte er, was er schon im Mai 2025 auf dem Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsrats gesagt hatte: „Mit Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche wird sich unser Wohlstand nicht erhalten lassen.“
Der Fehlzeiten-Report antwortet darauf mit Daten. Der Krankenstand sinkt. Ein Teil des Anstiegs seit 2022 geht auf die vollständigere Erfassung zurück. Eine AOK-Studie von 2025 fand keine Anzeichen für einen systematischen Missbrauch der telefonischen Krankschreibung. Was wächst, sind lange Ausfälle wegen Depressionen und Belastungsreaktionen, und die treffen vor allem Pflege, Erziehung und Callcenter. Wer dort fehlt, fehlt wochenlang.
Was die Befragung über Sorgen und Erschöpfung sagt
Der Report enthält eine Befragung von Beschäftigten. Wer sich um seine wirtschaftliche Lage sorgt oder Angst hat, die Arbeit zu verlieren, berichtet häufiger von Niedergeschlagenheit, Wut und Erschöpfung. WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder rechnet damit, dass sich diese Belastungen bei der aktuellen Wirtschaftslage verstärken und später in den Fehlzeiten zeigen.
Damit wird die Debatte selbst Teil des Problems. Eine Regierung, die mehr Arbeit verlangt und Krankschreibungen in Zweifel zieht, erhöht genau die Unsicherheit, die die Befragung mit Erschöpfung verbindet.
Acedia, Neurasthenie, Burnout: Erschöpfung als moralische Frage
Die Frage, ob Erschöpfung Krankheit oder Charakterschwäche ist, hat eine lange Geschichte. Der Mönch Evagrius Ponticus beschrieb im 4. Jahrhundert die Acedia, den „Mittagsdämon“, der Mönche in der Zelle überfällt: Überdruss, Unruhe, das Gefühl, die Zeit stehe still. Thomas von Aquin bestimmte sie im 13. Jahrhundert als Traurigkeit über das geistliche Gut. In den Listen der Hauptsünden wurde sie zur Trägheit, im Volksmund zur Faulheit. Wer erschöpft war, hatte gesündigt.
1869 beschrieb der amerikanische Arzt George Miller Beard die Neurasthenie, die nervöse Erschöpfung. Er führte sie auf das Tempo der Moderne zurück, auf Eisenbahn, Telegraf und Konkurrenz. Neurasthenie galt als Leiden der Tüchtigen, der Geschäftsleute und Gelehrten. Um 1900 füllte sie in Deutschland die Nervenheilanstalten. Der Historiker Joachim Radkau nennt die Epoche „Das Zeitalter der Nervosität“.
1974 veröffentlichte der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger seinen Aufsatz „Staff Burn-Out“. Er hatte an einer alternativen, kostenlosen Klinik in New York beobachtet, wie engagierte Mitarbeiter nach Monaten müde, gereizt und zynisch wurden. Für den Zustand nahm er ein Wort, das umgangssprachlich die Folgen chronischen Drogenkonsums bezeichnete. Christina Maslach entwickelte daraus mit Susan Jackson 1981 das Maslach Burnout Inventory, das bis heute die Forschung bestimmt.
Die drei Begriffe verteilen Schuld und Ehre verschieden. Die Acedia war eine Sünde des Einzelnen. Die Neurasthenie war eine Auszeichnung für die, die mit der Zeit Schritt hielten. Das Burnout setzt voraus, dass jemand gebrannt hat. Merz’ Frage nach den Krankentagen führt die Debatte zurück zur Acedia.
Die Müdigkeitsgesellschaft
Der Soziologe Alain Ehrenberg hat 1998 die Depression als Krankheit einer Gesellschaft beschrieben, die vom Einzelnen verlangt, er selbst zu sein und sein Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Sein Buch erschien auf Deutsch als „Das erschöpfte Selbst“. Wer an dieser Aufgabe scheitert, erlebt das als eigene Unzulänglichkeit.
Byung-Chul Han hat den Gedanken 2010 in der „Müdigkeitsgesellschaft“ zugespitzt. Das Leistungssubjekt beutet sich nach Han selbst aus, ohne äußeren Herrn, und ist Täter und Opfer in einem. Erschöpfung wird dann zum Zeichen, dass jemand alles gegeben hat. Das erklärt, warum Burnout als Etikett leichter über die Lippen geht als Depression.
Beide Analysen haben eine Schwäche, die der Fehlzeiten-Report sichtbar macht. Die meisten Ausfälle entstehen in der Altenpflege, im Callcenter und in der Kita. Hans Leistungssubjekt, das sich aus freien Stücken verausgabt, ist dort schwer zu finden. In diesen Berufen fehlen Personal, Geld und Anerkennung.
Das Wichtigste in Kürze
• Der Fehlzeiten-Report 2026 meldet 77 Prozent mehr Fehltage wegen Burnout und knapp 42 Prozent mehr wegen psychischer Erkrankungen in zehn Jahren. Der Krankenstand insgesamt sinkt.
• Burnout macht knapp fünf Prozent der psychisch bedingten Fehltage aus. Die meisten Ausfälle gehen auf Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen und Depressionen zurück.
• Fehlzeiten messen nicht, wie häufig psychische Erkrankungen sind. Sie hängen auch davon ab, wie Ärzte kodieren, wie offen über psychische Leiden gesprochen wird, und seit 2022 von der elektronischen Krankschreibung.
• Burnout ist nach ICD-10 (Z73) und ICD-11 (QD85) keine Krankheit. Die WHO beschreibt es als berufsbezogenes Phänomen und schließt es aus, sobald eine Depression oder Anpassungsstörung vorliegt.
• Burnout und Depression lassen sich wissenschaftlich kaum trennen. Wer auch außerhalb der Arbeit keine Freude mehr empfindet, hat wahrscheinlich eine Depression und sollte sie behandeln lassen.
• Die Debatte um Krankentage wiederholt eine alte Frage. Acedia, Neurasthenie und Burnout verteilen Schuld und Ehre jeweils anders.
Quellen
· AOK-Bundesverband (2026): Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen in zehn Jahren um 42 Prozent gestiegen. Pressemitteilung zum Fehlzeiten-Report 2026, 8. Oktober 2026. https://www.aok.de/pp/bv/pm/fehlzeiten-report-2026/
· AOK: Fehlzeiten-Report Psyche. https://www.aok.de/pp/gg/update/fehlzeiten-report-psyche/
· World Health Organization (2019): Burn-out an „occupational phenomenon“: International Classification of Diseases. https://www.who.int/news/item/28-05-2019-burn-out-an-occupational-phenomenon-international-classification-of-diseases
· Bianchi, R., Schonfeld, I. S., Laurent, E. (2015): Burnout-depression overlap: a review. Clinical Psychology Review 36, 28–41. https://doi.org/10.1016/j.cpr.2015.01.004
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