Glaswahn: Die Überzeugung, aus Glas zu sein, von Karl VI. bis Descartes
Glaswahn: Die Überzeugung, aus Glas zu sein, von Karl VI. bis Descartes
Glaswahn
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DESCRIPTION: Der Glaswahn war die Überzeugung, aus Glas zu bestehen und zerbrechen zu können. Überlieferte Fälle, Melancholielehre, Cervantes, Descartes und was die Quellen psychiatrisch erkennen lassen.
Glaswahn: Geschichte einer Wahnvorstellung und ihre psychiatrische Deutung
Zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert berichten Chronisten, Ärzte und Dichter von Menschen, die überzeugt waren, aus Glas zu bestehen. Der bekannteste Fall ist König Karl VI. von Frankreich. Die Medizin der Zeit ordnete den Glaswahn der Melancholie zu, Cervantes machte daraus eine Novelle, Descartes ein Beispiel für den Wahnsinn. Was sich aus diesen Quellen über die Betroffenen sagen lässt, hängt davon ab, welche Art von Quelle man vor sich hat.
Der Glaswahn: Erscheinungsbild und Quellenlage
Die Berichte folgen einem wiederkehrenden Muster. Die Betroffenen halten ihren Körper oder einen Teil davon für gläsern: den Kopf, die Beine, das Gesäß, manchmal den ganzen Leib. Einige glauben, ein Glasgefäß zu sein. Aus der Überzeugung folgt das Verhalten. Sie meiden Berührung, polstern Kleidung und Sitzplatz, setzen sich nicht oder nur auf Weiches und verlangen, dass man Abstand hält.
Die Überlieferung hat Gill Speak 1990 für die Jahre 1440 bis 1680 zusammengetragen. Drei Arten von Quellen kommen darin vor. Chroniken und Briefe berichten von Einzelfällen, oft aus zweiter Hand und mit Jahrzehnten Abstand. Medizinische Lehrbücher sammeln Beispiele, um eine Krankheitslehre zu illustrieren. Literarische und philosophische Texte verwenden den Glasmenschen als Figur oder als Argument. Aber selbst wenn man diese drei Gattungen zusammenzählt, erhält man keine Fallstatistik. Wie viele Menschen tatsächlich betroffen waren, lässt sich aus den Quellen unmöglich schätzen.
Karl VI. und Caspar Barlaeus: zwei überlieferte Fälle
Karl VI. (1368–1422) erkrankte 1392 auf einem Feldzug gegen die Bretagne. In der Nähe von Le Mans griff er seine eigenen Begleiter an und tötete mehrere. Weitere Episoden folgten bis zu seinem Tod. Der Glaswahn ist in diesem Krankheitsverlauf eine Episode unter vielen.
Die Quelle dafür ist Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II. (1405–1464), im sechsten Buch seiner Commentarii. Piccolomini nennt die Krankheit beim Namen. Auf dem Feldzug sei der König plötzlich von der Krankheit ergriffen worden, „quem vocant mania“, die man Manie nenne. Er habe töricht geredet, noch Törichteres versucht und auf Fragen keine sinnvolle Antwort gegeben. In Paris habe sich der Zustand von Tag zu Tag verschlimmert. Dann folgt der Satz, auf den alle späteren Darstellungen zurückgehen: „Existimabat nonnunquam se vitreum esse“. Zuweilen hielt er sich für gläsern, ließ sich nicht berühren, ließ Eisenstäbe in seine Kleidung einsetzen und schützte sich auf vielerlei Weise, um bei einem Sturz nicht zu zerbrechen.
Piccolomini fährt fort: Der König habe lichte Momente gehabt, „dilucida intervalla“. Wieder bei sich, habe er sich seines früheren Verhaltens geschämt und deshalb die Einsamkeit gesucht. Von Melancholie ist an dieser Stelle keine Rede. Piccolomini schreibt Jahrzehnte nach den Ereignissen und war kein Augenzeuge. Seine Schilderung ist dennoch die älteste Quelle für den Glaswahn des Königs. Spätere Ausschmückungen, etwa dass Karl sich in Decken gewickelt habe, stehen bei ihm nicht.
Caspar Barlaeus (1584–1648), Dichter, Humanist und Professor am 1632 eröffneten Athenaeum Illustre in Amsterdam, litt wiederholt an schweren melancholischen Krisen. Seine Briefe hat F. F. Blok 1976 ediert. In der Sekundärliteratur wird ihm ein Glaswahn zugeschrieben. Speak hält diese Zuschreibung für unbelegt, denn sie stützt sich allein auf eine Rede von 1635, in der Barlaeus den Glasmenschen als Symptom der Melancholie beschreibt: einen Menschen, der sich für gläsern hält und voller Angst vor jedem zurückweicht, der ihm nahe kommt. An Barlaeus lässt sich verfolgen, wie ein melancholischer Gelehrter in der Überlieferung zum Glasmann gemacht werden kann. Sein Zeitgenosse Constantijn Huygens verspottet den Glaswahn 1622 in seiner Satire ’t Costelick Mal. Das Motiv war in diesen Kreisen also geläufig.
Melancholie und Gelehrsamkeit bei Ficino und Burton
Den Deutungsrahmen liefert die Säftelehre. Marsilio Ficino widmet das erste Buch von De vita libri tres (1489) der Gesundheit der Gelehrten. Studium, Nachtarbeit und der Einfluss Saturns machen nach Ficino die schwarze Galle vorherrschend, und wer viel denkt, wird melancholisch.
Robert Burton übernimmt diesen Gedanken 1621 in The Anatomy of Melancholy. Er widmet dem übermäßigen Studium als Ursache der Melancholie einen eigenen Abschnitt. Unter den seelischen Symptomen zählt er die Furcht der Melancholiker auf, ganz aus Glas zu sein und deshalb niemanden an sich heranzulassen. Der Glaswahn steht bei ihm in einer Reihe von Ängsten, und der Furcht selbst schreibt Burton an anderer Stelle die Macht zu, die Einbildung zu beherrschen.
Diese Texte belegen eine zeitgenössische Theorie. Sie verbinden den Glaswahn mit der Melancholie und die Melancholie mit dem gelehrten Leben. Dass sich die überlieferten Fälle unter Gebildeten und Adligen häufen, folgt zum Teil aus dieser Theorie selbst. Ärzte suchten die Melancholie dort, wo die Lehre sie erwartete. Gebildete lasen dieselben Bücher und beschrieben ihr Leiden in deren Begriffen. Und wer nicht schreiben konnte und keinen Leibarzt hatte, hinterließ keine Krankenakte.
Du Laurens und die medizinische Fallsammlung
André du Laurens (1558–1609), Kanzler der Medizinischen Fakultät von Montpellier und Leibarzt Heinrichs IV., veröffentlichte 1597 einen Discours des maladies mélancoliques. Darin erklärt er die Melancholie aus Kälte und Trockenheit der schwarzen Galle und schildert Fälle. Einer davon ist ein Glasmann, der auf einem Strohlager dahinsiecht, um nicht zu zerbrechen. Ein Feuer brachte ihn nach du Laurens rasch wieder zu Verstand.
Für die Medizin der Zeit war der Glaswahn damit ein Lehrstück: eine absurde Überzeugung, die ein heftiger Schrecken beenden konnte. Du Laurens’ Schrift wurde übersetzt und vielfach nachgedruckt, und spätere Autoren, Burton eingeschlossen, schöpften aus ihr. Ein Teil der Fallberichte des 17. Jahrhunderts wiederholt also dieselben Beispiele.
Cervantes’ Licenciado Vidriera: der Glasmensch als literarische Figur
In den Novelas ejemplares von 1613 erzählt Miguel de Cervantes von Tomás Rodaja, einem begabten Studenten aus Salamanca. Eine Frau, deren Werben er abgewiesen hat, gibt ihm einen Liebestrank in einer Quitte. Tomás überlebt und hält sich fortan für gläsern. Er verlangt, dass man von fern mit ihm spricht, und schläft im Winter bis zum Hals im Stroh vergraben.
Als Glasmann wird er berühmt. Er beantwortet Fragen mit scharfen Urteilen über Ärzte, Richter, Schauspieler und Höflinge, und die Leute laufen ihm nach. Nach seiner Heilung kehrt er unter seinem richtigen Namen zurück und will als Anwalt arbeiten. Niemand hört ihm mehr zu. Er geht als Soldat nach Flandern und stirbt dort.
Cervantes interessiert sich wenig für die Krankheit. Der Glaswahn gibt seiner Figur die Freiheit des Narren, und die Novelle handelt davon, dass die Gesellschaft dem Verrückten zuhört und dem Geheilten den Rücken kehrt.
Descartes: Glasmenschen im methodischen Zweifel
In der ersten der Meditationes de prima philosophia (1641) fragt René Descartes, ob er bezweifeln könne, dass er einen Körper und Hände habe. Er verweist auf Wahnsinnige, die sich für Könige halten, obwohl sie arm sind, oder glauben, Kürbisse zu sein oder ex vitro conflatos, aus Glas gemacht. Descartes verwirft den Vergleich sofort, weil er sich selbst nicht nach dem Beispiel solcher Menschen richten wolle, und wechselt zum Traumargument.
Der Glasmensch ist hier ein Beispiel, das jeder Leser kennt. Seine Funktion ist philosophisch: Er markiert die Grenze, jenseits derer der methodische Zweifel nicht mehr als vernünftig gilt. Michel Foucault hat 1961 an dieser Stelle den Ausschluss des Wahnsinns aus dem Denken der Neuzeit gelesen. Jacques Derrida hat ihm 1963 widersprochen und die Stelle als Zwischenschritt eines weiterreichenden Zweifels gedeutet. Der Streit zeigt, wie fest der Glasmann in der Vorstellungswelt der Zeit verankert war. Auch John Locke nennt ihn 1690 im Essay Concerning Human Understanding als Beispiel des Wahnsinns.
Warum Glas? Kristallglas, Fenster und Linsen
Die häufigste Erklärung verweist auf die Kulturgeschichte des Materials. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts gelang auf Murano mit dem cristallo ein nahezu farbloses, klares Glas. Im 16. und 17. Jahrhundert verbreiteten sich Glasfenster in bürgerlichen Häusern, Brillen waren seit dem späten 13. Jahrhundert bekannt, und um 1609 richteten Galilei und andere die ersten Fernrohre auf den Himmel. Glas war kostbar, durchsichtig und zerbrechlich zugleich.
Diese Bedeutungen erklären, warum Glas als Wahninhalt verfügbar war. Zerbrechlichkeit passt zur Angst, Durchsichtigkeit zur Furcht, durchschaut zu werden, Kostbarkeit zum Selbstbild eines gelehrten oder adligen Menschen. Für den frühesten Fall geht die Rechnung allerdings nicht auf. Karl VI. erkrankte ein halbes Jahrhundert vor dem cristallo. Glas war auch vor Murano ein Luxusgut und ein Sinnbild der Zerbrechlichkeit, die Datierung verlangt aber Vorsicht gegenüber allzu glatten Ableitungen aus der Technikgeschichte. Die Materialgeschichte erklärt die Gestalt, die eine Erkrankung annehmen konnte, und lässt offen, warum ein bestimmter Mensch erkrankte.
Was die Beschreibungen psychopathologisch erkennen lassen
Die Beschreibungen erlauben nur eine teilweise Einordnung. Für eine Diagnose Karls VI., des Barlaeus oder eines anderen Glasmanns reichen sie nicht, denn es fehlen Verlauf, Begleitsymptome und Aussagen der Betroffenen über ihr eigenes Erleben.
Erstens handelt es sich um einen körperbezogenen Wahn: eine unkorrigierbare Überzeugung über die Beschaffenheit des eigenen Körpers. Zweitens richten die Betroffenen ihr Verhalten konsequent danach aus. Wer Eisenstäbe in die Kleidung nähen lässt, ist seiner Sache gewiss. Drittens ist der Wahn in vielen Berichten auf ein einziges Thema beschränkt, während das übrige Denken erhalten bleibt. Viertens ist der begleitende Affekt die Angst, und die Zeitgenossen ordneten das Bild der Melancholie zu.
Dieses Muster entspricht mehreren heutigen Kategorien. Ein umgrenzter Körperwahn bei erhaltener Persönlichkeit passt zur wahnhaften Störung vom somatischen Typ. Ein Körperwahn in schwerer, angstgetönter Depression passt zur psychotischen Depression. Ihr nächster Verwandter ist das Cotard-Syndrom, das Jules Cotard 1880 als Verneinungswahn in einer schweren ängstlichen Melancholie beschrieben hat. Wer am Cotard-Syndrom leidet, hält seinen Körper für tot, leer oder nicht vorhanden. Der Glasmensch hält ihn für lebendig, aber brüchig und bedroht. Für Karl VI. gibt die Quelle mehr her als für die anderen Fälle: ein akuter Beginn auf dem Feldzug, ungeordnetes Reden und Handeln, wiederkehrende Episoden mit lichten Momenten und Scham über das eigene Verhalten nach dem Abklingen. Ein phasischer Verlauf mit Krankheitseinsicht im Intervall ist mit einer bipolaren Störung gut vereinbar. Piccolominis Wort mania behauptet das aber nicht, denn es bezeichnete im 15. Jahrhundert die Raserei in jeder Form. Für eine Diagnose reicht auch Karls Fall nicht.
Coenästhesien bei Huber: ein Vergleich
Gerd Huber hat 1957 eine coenästhetische Form der Schizophrenie beschrieben, bei der abnorme Leibgefühle im Vordergrund stehen: Taubheit und Steifigkeit, Schmerzen, Elektrisierungs- und Wärmeempfindungen, Gefühle abnormer Schwere oder Leichtigkeit, des Schrumpfens oder Sichausdehnens von Körperteilen. Die Betroffenen erleben sie als eigene, fremdartige Wahrnehmungen am oder im Körper.
Ein Vergleich liegt nahe, weil Huber zeigt, wie aus einem abnormen Leibgefühl eine wahnhafte Deutung werden kann. Ein Gefühl der Steifigkeit oder Taubheit, in der Vorstellungswelt der Renaissance gedeutet, könnte zur Überzeugung werden, aus Glas zu sein. Die Berichte über Glasmenschen schildern Überzeugung und Handlung, Empfindungen kommen in ihnen kaum vor. Ob am Anfang ein Leibgefühl stand, ist aus den Quellen nicht zu erschließen. Der Vergleich beschreibt eine mögliche Entstehungsweise und behauptet keine historische Kontinuität zwischen den Glasmenschen und Hubers Patienten.
Rückgang und späte Fälle
Nach dem 17. Jahrhundert werden die Berichte seltener. Vereinzelt tauchen im 19. und 20. Jahrhundert noch Glasmenschen auf, etwa ein Fall, den der Hispanist Raymond Foulché-Delbosc aus einer Pariser Anstalt meldete. Speak fand für die Moderne nur zwei solcher Fälle, beide unbestätigt.
Für den Rückgang gibt es zwei Lesarten. Möglicherweise erkrankten weniger Menschen an genau dieser Vorstellung, weil andere Materialien und Techniken an die vormals exotische Stellung des Glases traten. Patienten des 19. und 20. Jahrhunderts sprechen von Elektrizität, Apparaten und Strahlen. Möglicherweise verschwand auch nur die Kategorie, unter der man solche Fälle sammelte. Mit der Säftelehre zerfiel der alte Melancholiebegriff, und ein Glasmann des 19. Jahrhunderts landete in einer anderen Rubrik. Sicher ist, dass Wahninhalte dem Material ihrer Zeit folgen. Der Glaswahn ist dafür das deutlichste historische Beispiel.
Das Wichtigste in Kürze
• Der Glaswahn ist die Überzeugung, ganz oder teilweise aus Glas zu bestehen. Er ist vor allem für das 15. bis 17. Jahrhundert überliefert.
• Die Quellen sind Chroniken und Briefe, medizinische Lehrbücher sowie literarische und philosophische Texte. Sie leisten Verschiedenes und ergeben keine Fallstatistik.
• Der Glaswahn Karls VI. ist im sechsten Buch der Commentarii Pius’ II. überliefert. Piccolomini nennt die Krankheit mania und beschreibt lichte Zwischenräume. Der Glaswahn des Caspar Barlaeus ist unbelegt.
• Ficino, du Laurens und Burton ordneten den Glaswahn der Melancholie zu und die Melancholie dem gelehrten Leben. Die Häufung unter Gebildeten folgt zum Teil aus dieser Theorie.
• Cervantes nutzt den Glasmenschen als Narrenfigur, Descartes als Grenzfall des Zweifels.
• Psychopathologisch beschreiben die Quellen einen umgrenzten, angstbesetzten Körperwahn. Einzeldiagnosen erlauben sie nicht.
• Die Berichte werden nach dem 17. Jahrhundert seltener. Wahninhalte folgen dem Material ihrer Zeit.
Quellen
· Speak, G. (1990): An odd kind of melancholy: reflections on the glass delusion in Europe (1440–1680). History of Psychiatry 1 (2), 191–206. https://doi.org/10.1177/0957154X9000100203
· Charles VI of France: the Glass King. Psychiatry in history. British Journal of Psychiatry. https://www.cambridge.org/core/journals/the-british-journal-of-psychiatry/article/charles-vi-of-france-the-glass-king-psychiatry-in-history/5E29BAD20220B0C7C2DEF6A0D3395A5D
· Sanderson, T.: Fear and Fragility. The Glass Delusion and Its History. The Public Domain Review. https://publicdomainreview.org/essay/fear-and-fragility-the-glass-delusion-and-its-history/
· Pius II. (Enea Silvio Piccolomini): Commentarii rerum memorabilium, quae temporibus suis contigerunt. Rom 1584, Buch VI, S. 272. https://archive.org/details/bub_gb_Ru1Ws-B7bqIC
· Englisch: Memoirs of a Renaissance Pope. The Commentaries of Pius II, Books VI–IX, übers. von F. A. Gragg. Smith College Studies in History 35 (1951), S. 425.
· Speak, G. (1990): El Licenciado Vidriera and the Glass Men of Early Modern Europe. The Modern Language Review 85 (4), 850–865.
· Huygens, C. (1622): Satyra. Dat is ’t Costelick Mal. Middelburg. In: De Gedichten van Constantijn Huygens, hg. von J. A. Worp, Bd. 1, Groningen 1892, S. 246, V. 103–108.
· Barlaeus, C. (1635): De animae humanae admirandis. In: Orationum liber, Amsterdam 1643, S. 111.
· Blok, F. F. (1976): Caspar Barlaeus. From the Correspondence of a Melancholic. Assen: Van Gorcum.
· Ficino, M. (1489): De vita libri tres.
· Du Laurens, A. (1597): Discours de la conservation de la veuë, des maladies mélancoliques, des catarrhes et de la vieillesse. Paris. Englisch 1599, Faksimile Oxford 1938, S. 102.
· Burton, R. (1621): The Anatomy of Melancholy. Teil 1, Abschn. 2, Glied 3, Unterabschn. 5 (Furcht als Ursache) und 15 (übermäßiges Studium). Teil 1, Abschn. 3, Glied 1, Unterabschn. 2 (Symptome im Geist, Glaswahn).
· Cervantes, M. de (1613): El licenciado Vidriera. In: Novelas ejemplares.
· Descartes, R. (1641): Meditationes de prima philosophia, Meditatio I.
· Locke, J. (1690): An Essay Concerning Human Understanding, Buch II, Kap. 11, § 13.
· Cotard, J. (1880): Du délire hypocondriaque dans une forme grave de la mélancolie anxieuse. Annales médico-psychologiques.
· Huber, G. (1957): Die coenästhetische Schizophrenie. Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie und ihrer Grenzgebiete 25, 491–520.
· Foucault, M. (1961): Histoire de la folie à l’âge classique.
· Derrida, J. (1963): Cogito et histoire de la folie. Wiederabgedruckt in: L’écriture et la différence (1967).
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DESCRIPTION: Der Glaswahn war die Überzeugung, aus Glas zu bestehen und zerbrechen zu können. Überlieferte Fälle, Melancholielehre, Cervantes, Descartes und was die Quellen psychiatrisch erkennen lassen.
Glaswahn: Geschichte einer Wahnvorstellung und ihre psychiatrische Deutung
Zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert berichten Chronisten, Ärzte und Dichter von Menschen, die überzeugt waren, aus Glas zu bestehen. Der bekannteste Fall ist König Karl VI. von Frankreich. Die Medizin der Zeit ordnete den Glaswahn der Melancholie zu, Cervantes machte daraus eine Novelle, Descartes ein Beispiel für den Wahnsinn. Was sich aus diesen Quellen über die Betroffenen sagen lässt, hängt davon ab, welche Art von Quelle man vor sich hat.
Der Glaswahn: Erscheinungsbild und Quellenlage
Die Berichte folgen einem wiederkehrenden Muster. Die Betroffenen halten ihren Körper oder einen Teil davon für gläsern: den Kopf, die Beine, das Gesäß, manchmal den ganzen Leib. Einige glauben, ein Glasgefäß zu sein. Aus der Überzeugung folgt das Verhalten. Sie meiden Berührung, polstern Kleidung und Sitzplatz, setzen sich nicht oder nur auf Weiches und verlangen, dass man Abstand hält.
Die Überlieferung hat Gill Speak 1990 für die Jahre 1440 bis 1680 zusammengetragen. Drei Arten von Quellen kommen darin vor. Chroniken und Briefe berichten von Einzelfällen, oft aus zweiter Hand und mit Jahrzehnten Abstand. Medizinische Lehrbücher sammeln Beispiele, um eine Krankheitslehre zu illustrieren. Literarische und philosophische Texte verwenden den Glasmenschen als Figur oder als Argument. Aber selbst wenn man diese drei Gattungen zusammenzählt, erhält man keine Fallstatistik. Wie viele Menschen tatsächlich betroffen waren, lässt sich aus den Quellen unmöglich schätzen.
Karl VI. und Caspar Barlaeus: zwei überlieferte Fälle
Karl VI. (1368–1422) erkrankte 1392 auf einem Feldzug gegen die Bretagne. In der Nähe von Le Mans griff er seine eigenen Begleiter an und tötete mehrere. Weitere Episoden folgten bis zu seinem Tod. Der Glaswahn ist in diesem Krankheitsverlauf eine Episode unter vielen.
Die Quelle dafür ist Enea Silvio Piccolomini, der spätere Papst Pius II. (1405–1464), im sechsten Buch seiner Commentarii. Piccolomini nennt die Krankheit beim Namen. Auf dem Feldzug sei der König plötzlich von der Krankheit ergriffen worden, „quem vocant mania“, die man Manie nenne. Er habe töricht geredet, noch Törichteres versucht und auf Fragen keine sinnvolle Antwort gegeben. In Paris habe sich der Zustand von Tag zu Tag verschlimmert. Dann folgt der Satz, auf den alle späteren Darstellungen zurückgehen: „Existimabat nonnunquam se vitreum esse“. Zuweilen hielt er sich für gläsern, ließ sich nicht berühren, ließ Eisenstäbe in seine Kleidung einsetzen und schützte sich auf vielerlei Weise, um bei einem Sturz nicht zu zerbrechen.
Piccolomini fährt fort: Der König habe lichte Momente gehabt, „dilucida intervalla“. Wieder bei sich, habe er sich seines früheren Verhaltens geschämt und deshalb die Einsamkeit gesucht. Von Melancholie ist an dieser Stelle keine Rede. Piccolomini schreibt Jahrzehnte nach den Ereignissen und war kein Augenzeuge. Seine Schilderung ist dennoch die älteste Quelle für den Glaswahn des Königs. Spätere Ausschmückungen, etwa dass Karl sich in Decken gewickelt habe, stehen bei ihm nicht.
Caspar Barlaeus (1584–1648), Dichter, Humanist und Professor am 1632 eröffneten Athenaeum Illustre in Amsterdam, litt wiederholt an schweren melancholischen Krisen. Seine Briefe hat F. F. Blok 1976 ediert. In der Sekundärliteratur wird ihm ein Glaswahn zugeschrieben. Speak hält diese Zuschreibung für unbelegt, denn sie stützt sich allein auf eine Rede von 1635, in der Barlaeus den Glasmenschen als Symptom der Melancholie beschreibt: einen Menschen, der sich für gläsern hält und voller Angst vor jedem zurückweicht, der ihm nahe kommt. An Barlaeus lässt sich verfolgen, wie ein melancholischer Gelehrter in der Überlieferung zum Glasmann gemacht werden kann. Sein Zeitgenosse Constantijn Huygens verspottet den Glaswahn 1622 in seiner Satire ’t Costelick Mal. Das Motiv war in diesen Kreisen also geläufig.
Melancholie und Gelehrsamkeit bei Ficino und Burton
Den Deutungsrahmen liefert die Säftelehre. Marsilio Ficino widmet das erste Buch von De vita libri tres (1489) der Gesundheit der Gelehrten. Studium, Nachtarbeit und der Einfluss Saturns machen nach Ficino die schwarze Galle vorherrschend, und wer viel denkt, wird melancholisch.
Robert Burton übernimmt diesen Gedanken 1621 in The Anatomy of Melancholy. Er widmet dem übermäßigen Studium als Ursache der Melancholie einen eigenen Abschnitt. Unter den seelischen Symptomen zählt er die Furcht der Melancholiker auf, ganz aus Glas zu sein und deshalb niemanden an sich heranzulassen. Der Glaswahn steht bei ihm in einer Reihe von Ängsten, und der Furcht selbst schreibt Burton an anderer Stelle die Macht zu, die Einbildung zu beherrschen.
Diese Texte belegen eine zeitgenössische Theorie. Sie verbinden den Glaswahn mit der Melancholie und die Melancholie mit dem gelehrten Leben. Dass sich die überlieferten Fälle unter Gebildeten und Adligen häufen, folgt zum Teil aus dieser Theorie selbst. Ärzte suchten die Melancholie dort, wo die Lehre sie erwartete. Gebildete lasen dieselben Bücher und beschrieben ihr Leiden in deren Begriffen. Und wer nicht schreiben konnte und keinen Leibarzt hatte, hinterließ keine Krankenakte.
Du Laurens und die medizinische Fallsammlung
André du Laurens (1558–1609), Kanzler der Medizinischen Fakultät von Montpellier und Leibarzt Heinrichs IV., veröffentlichte 1597 einen Discours des maladies mélancoliques. Darin erklärt er die Melancholie aus Kälte und Trockenheit der schwarzen Galle und schildert Fälle. Einer davon ist ein Glasmann, der auf einem Strohlager dahinsiecht, um nicht zu zerbrechen. Ein Feuer brachte ihn nach du Laurens rasch wieder zu Verstand.
Für die Medizin der Zeit war der Glaswahn damit ein Lehrstück: eine absurde Überzeugung, die ein heftiger Schrecken beenden konnte. Du Laurens’ Schrift wurde übersetzt und vielfach nachgedruckt, und spätere Autoren, Burton eingeschlossen, schöpften aus ihr. Ein Teil der Fallberichte des 17. Jahrhunderts wiederholt also dieselben Beispiele.
Cervantes’ Licenciado Vidriera: der Glasmensch als literarische Figur
In den Novelas ejemplares von 1613 erzählt Miguel de Cervantes von Tomás Rodaja, einem begabten Studenten aus Salamanca. Eine Frau, deren Werben er abgewiesen hat, gibt ihm einen Liebestrank in einer Quitte. Tomás überlebt und hält sich fortan für gläsern. Er verlangt, dass man von fern mit ihm spricht, und schläft im Winter bis zum Hals im Stroh vergraben.
Als Glasmann wird er berühmt. Er beantwortet Fragen mit scharfen Urteilen über Ärzte, Richter, Schauspieler und Höflinge, und die Leute laufen ihm nach. Nach seiner Heilung kehrt er unter seinem richtigen Namen zurück und will als Anwalt arbeiten. Niemand hört ihm mehr zu. Er geht als Soldat nach Flandern und stirbt dort.
Cervantes interessiert sich wenig für die Krankheit. Der Glaswahn gibt seiner Figur die Freiheit des Narren, und die Novelle handelt davon, dass die Gesellschaft dem Verrückten zuhört und dem Geheilten den Rücken kehrt.
Descartes: Glasmenschen im methodischen Zweifel
In der ersten der Meditationes de prima philosophia (1641) fragt René Descartes, ob er bezweifeln könne, dass er einen Körper und Hände habe. Er verweist auf Wahnsinnige, die sich für Könige halten, obwohl sie arm sind, oder glauben, Kürbisse zu sein oder ex vitro conflatos, aus Glas gemacht. Descartes verwirft den Vergleich sofort, weil er sich selbst nicht nach dem Beispiel solcher Menschen richten wolle, und wechselt zum Traumargument.
Der Glasmensch ist hier ein Beispiel, das jeder Leser kennt. Seine Funktion ist philosophisch: Er markiert die Grenze, jenseits derer der methodische Zweifel nicht mehr als vernünftig gilt. Michel Foucault hat 1961 an dieser Stelle den Ausschluss des Wahnsinns aus dem Denken der Neuzeit gelesen. Jacques Derrida hat ihm 1963 widersprochen und die Stelle als Zwischenschritt eines weiterreichenden Zweifels gedeutet. Der Streit zeigt, wie fest der Glasmann in der Vorstellungswelt der Zeit verankert war. Auch John Locke nennt ihn 1690 im Essay Concerning Human Understanding als Beispiel des Wahnsinns.
Warum Glas? Kristallglas, Fenster und Linsen
Die häufigste Erklärung verweist auf die Kulturgeschichte des Materials. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts gelang auf Murano mit dem cristallo ein nahezu farbloses, klares Glas. Im 16. und 17. Jahrhundert verbreiteten sich Glasfenster in bürgerlichen Häusern, Brillen waren seit dem späten 13. Jahrhundert bekannt, und um 1609 richteten Galilei und andere die ersten Fernrohre auf den Himmel. Glas war kostbar, durchsichtig und zerbrechlich zugleich.
Diese Bedeutungen erklären, warum Glas als Wahninhalt verfügbar war. Zerbrechlichkeit passt zur Angst, Durchsichtigkeit zur Furcht, durchschaut zu werden, Kostbarkeit zum Selbstbild eines gelehrten oder adligen Menschen. Für den frühesten Fall geht die Rechnung allerdings nicht auf. Karl VI. erkrankte ein halbes Jahrhundert vor dem cristallo. Glas war auch vor Murano ein Luxusgut und ein Sinnbild der Zerbrechlichkeit, die Datierung verlangt aber Vorsicht gegenüber allzu glatten Ableitungen aus der Technikgeschichte. Die Materialgeschichte erklärt die Gestalt, die eine Erkrankung annehmen konnte, und lässt offen, warum ein bestimmter Mensch erkrankte.
Was die Beschreibungen psychopathologisch erkennen lassen
Die Beschreibungen erlauben nur eine teilweise Einordnung. Für eine Diagnose Karls VI., des Barlaeus oder eines anderen Glasmanns reichen sie nicht, denn es fehlen Verlauf, Begleitsymptome und Aussagen der Betroffenen über ihr eigenes Erleben.
Erstens handelt es sich um einen körperbezogenen Wahn: eine unkorrigierbare Überzeugung über die Beschaffenheit des eigenen Körpers. Zweitens richten die Betroffenen ihr Verhalten konsequent danach aus. Wer Eisenstäbe in die Kleidung nähen lässt, ist seiner Sache gewiss. Drittens ist der Wahn in vielen Berichten auf ein einziges Thema beschränkt, während das übrige Denken erhalten bleibt. Viertens ist der begleitende Affekt die Angst, und die Zeitgenossen ordneten das Bild der Melancholie zu.
Dieses Muster entspricht mehreren heutigen Kategorien. Ein umgrenzter Körperwahn bei erhaltener Persönlichkeit passt zur wahnhaften Störung vom somatischen Typ. Ein Körperwahn in schwerer, angstgetönter Depression passt zur psychotischen Depression. Ihr nächster Verwandter ist das Cotard-Syndrom, das Jules Cotard 1880 als Verneinungswahn in einer schweren ängstlichen Melancholie beschrieben hat. Wer am Cotard-Syndrom leidet, hält seinen Körper für tot, leer oder nicht vorhanden. Der Glasmensch hält ihn für lebendig, aber brüchig und bedroht. Für Karl VI. gibt die Quelle mehr her als für die anderen Fälle: ein akuter Beginn auf dem Feldzug, ungeordnetes Reden und Handeln, wiederkehrende Episoden mit lichten Momenten und Scham über das eigene Verhalten nach dem Abklingen. Ein phasischer Verlauf mit Krankheitseinsicht im Intervall ist mit einer bipolaren Störung gut vereinbar. Piccolominis Wort mania behauptet das aber nicht, denn es bezeichnete im 15. Jahrhundert die Raserei in jeder Form. Für eine Diagnose reicht auch Karls Fall nicht.
Coenästhesien bei Huber: ein Vergleich
Gerd Huber hat 1957 eine coenästhetische Form der Schizophrenie beschrieben, bei der abnorme Leibgefühle im Vordergrund stehen: Taubheit und Steifigkeit, Schmerzen, Elektrisierungs- und Wärmeempfindungen, Gefühle abnormer Schwere oder Leichtigkeit, des Schrumpfens oder Sichausdehnens von Körperteilen. Die Betroffenen erleben sie als eigene, fremdartige Wahrnehmungen am oder im Körper.
Ein Vergleich liegt nahe, weil Huber zeigt, wie aus einem abnormen Leibgefühl eine wahnhafte Deutung werden kann. Ein Gefühl der Steifigkeit oder Taubheit, in der Vorstellungswelt der Renaissance gedeutet, könnte zur Überzeugung werden, aus Glas zu sein. Die Berichte über Glasmenschen schildern Überzeugung und Handlung, Empfindungen kommen in ihnen kaum vor. Ob am Anfang ein Leibgefühl stand, ist aus den Quellen nicht zu erschließen. Der Vergleich beschreibt eine mögliche Entstehungsweise und behauptet keine historische Kontinuität zwischen den Glasmenschen und Hubers Patienten.
Rückgang und späte Fälle
Nach dem 17. Jahrhundert werden die Berichte seltener. Vereinzelt tauchen im 19. und 20. Jahrhundert noch Glasmenschen auf, etwa ein Fall, den der Hispanist Raymond Foulché-Delbosc aus einer Pariser Anstalt meldete. Speak fand für die Moderne nur zwei solcher Fälle, beide unbestätigt.
Für den Rückgang gibt es zwei Lesarten. Möglicherweise erkrankten weniger Menschen an genau dieser Vorstellung, weil andere Materialien und Techniken an die vormals exotische Stellung des Glases traten. Patienten des 19. und 20. Jahrhunderts sprechen von Elektrizität, Apparaten und Strahlen. Möglicherweise verschwand auch nur die Kategorie, unter der man solche Fälle sammelte. Mit der Säftelehre zerfiel der alte Melancholiebegriff, und ein Glasmann des 19. Jahrhunderts landete in einer anderen Rubrik. Sicher ist, dass Wahninhalte dem Material ihrer Zeit folgen. Der Glaswahn ist dafür das deutlichste historische Beispiel.
Das Wichtigste in Kürze
• Der Glaswahn ist die Überzeugung, ganz oder teilweise aus Glas zu bestehen. Er ist vor allem für das 15. bis 17. Jahrhundert überliefert.
• Die Quellen sind Chroniken und Briefe, medizinische Lehrbücher sowie literarische und philosophische Texte. Sie leisten Verschiedenes und ergeben keine Fallstatistik.
• Der Glaswahn Karls VI. ist im sechsten Buch der Commentarii Pius’ II. überliefert. Piccolomini nennt die Krankheit mania und beschreibt lichte Zwischenräume. Der Glaswahn des Caspar Barlaeus ist unbelegt.
• Ficino, du Laurens und Burton ordneten den Glaswahn der Melancholie zu und die Melancholie dem gelehrten Leben. Die Häufung unter Gebildeten folgt zum Teil aus dieser Theorie.
• Cervantes nutzt den Glasmenschen als Narrenfigur, Descartes als Grenzfall des Zweifels.
• Psychopathologisch beschreiben die Quellen einen umgrenzten, angstbesetzten Körperwahn. Einzeldiagnosen erlauben sie nicht.
• Die Berichte werden nach dem 17. Jahrhundert seltener. Wahninhalte folgen dem Material ihrer Zeit.
Quellen
· Speak, G. (1990): An odd kind of melancholy: reflections on the glass delusion in Europe (1440–1680). History of Psychiatry 1 (2), 191–206. https://doi.org/10.1177/0957154X9000100203
· Charles VI of France: the Glass King. Psychiatry in history. British Journal of Psychiatry. https://www.cambridge.org/core/journals/the-british-journal-of-psychiatry/article/charles-vi-of-france-the-glass-king-psychiatry-in-history/5E29BAD20220B0C7C2DEF6A0D3395A5D
· Sanderson, T.: Fear and Fragility. The Glass Delusion and Its History. The Public Domain Review. https://publicdomainreview.org/essay/fear-and-fragility-the-glass-delusion-and-its-history/
· Pius II. (Enea Silvio Piccolomini): Commentarii rerum memorabilium, quae temporibus suis contigerunt. Rom 1584, Buch VI, S. 272. https://archive.org/details/bub_gb_Ru1Ws-B7bqIC
· Englisch: Memoirs of a Renaissance Pope. The Commentaries of Pius II, Books VI–IX, übers. von F. A. Gragg. Smith College Studies in History 35 (1951), S. 425.
· Speak, G. (1990): El Licenciado Vidriera and the Glass Men of Early Modern Europe. The Modern Language Review 85 (4), 850–865.
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