Ikigai Lebenssinn

IKIGAI – Sinn des Lebens

Ikigai (jap. 生き甲斐 Lebenssinn) ist lt. Wikipedia „… das, wofür es sich zu leben lohnt“, „die Freude und das Lebensziel“ oder salopp ausgedrückt „das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen…“

In der japanischen Kultur hat der Begriff eine lange Geschichte mit wechselnden Bedeutungen. Selbsterforschung beim Streben und der Suche nach Lebenssinn haben auch im westlichen Denken seit der Antike eine wichtige Bedeutung. Die Verankerung des Lebenssinns ist dabei durchaus verschieden definiert worden.

In Douglas Adams‘ „Per Anhalter durch die Galaxis“ lautet die Antwort des Computers „Deep Thought“ auf die Frage aller Fragen, nämlich die „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ – nach 7,5 Millionen Jahren Rechenzeit – „42“.

Für den Einzelnen ist die Suche nach einem Lebenssinn am Ende ein überaus persönlicher Vorgang, und das Ergebnis wird von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein. Findet oder hat ein Mensch sein Ikigai, bewirkt es für ihn ein Gefühl der Lebensfreude und innerer Zufriedenheit. Sogar Gesundheit und Lebenserwartung werden nachweislich positiv vom Lebenssinn beeinflusst.

Einsatzmöglichkeit des Ikigai

  • Neuorientierung, Umbruchsituationen
  • Suche nach dem Lebenssinn
  • Potenzialentwicklung und ganzheitliche Zielsetzung
  • Standortbestimmung zu Beginn eines Coachings
  • Planungstool und Kompass für weitere Coaching-Interventionen
  • Wegweiser für die nächsten Schritte

Die vier Bereiche des Ikigai

Der japanischen Philosophie zufolge Jeder seinen eigenen Grund für ein lebenswertes Leben. Ikigai ersetzt weder ein erfülltes Leben, noch umfasst es den Sinn des Lebens vollständig. Es beschreibt vielmehr den vollkommen selbstbezogenen Blick darauf, was uns wichtig ist, was was uns erfüllt und glücklich macht. Das ist ein guter Ausgangspunkt, achtsam mit uns selbst und unserer Umwelt umzugehen.

Ikigai zu finden verlangt Geduld und große Aufrichtigkeit mit uns selbst. Die Bereiche des Ikigai wirken zunächst simpel. Von Sorgfalt und Aufrichtigkeit hängt aber der Sinn der gefundenen Antworten ab. Andernfalls läuft man Gefahr, in Nabelschau und Selbstbetrug zu verharren.

Ikigai setzt sich aus vier verschiedenen Themenbereichen zusammen:
  1. Was tun wir gern?
  2. Was braucht die Welt von uns?
  3. Womit können wir Geld verdienen?
  4. Worin sind wir gut?

Jeweils zwei benachbarte Bereiche bilden einen übergeordneten Grundbereich ab:

  • Unsere Neigungen und unser Nutzen für die Welt ergeben unsere persönliche „Mission“.
  • Aus unserem Werbeitrag für die Welt und der Möglichkeit, damit einen Lebensun terhalt zu verdienen, ergibt sich unsere „Berufung“.
  • Verdienstmöglichkeit und Können ergeben unseren idealen Beruf.
  • Worin wir gut sind, und was wir mögen definiert unsere große Leidenschaft.
Wo sich Mission, Berufung, Beruf und Leidenschaft überschneiden, liegt der Weg zum persönlichen Ikigai.

Finden Sie Ihren persönliches Ikigai

Suchen Sie sich einen ruhigen, angenehmen Ort, an dem Sie ungestört sind. Nehmen Sie sich Zeit für jeden Bereich und hören Sie in sich hinein.

Gehen Sie Bereich für Bereich durch und schreiben erst einmal alle Einfälle auf. Im zweiten Schritt prüfen Sie jeden Eintrag:

1. Was tun wir gern?

  • Begeistert es Sie?
  • Können Sie es lange tun, ohne müde zu werden?
  • Haben Sie es schon früher gerne getan?
  • Sprechen Sie gern darüber?
  • Könntest Sie sich vorstellen, es täglich und den ganzen Tag lang zu tun?

2. Was braucht die Welt von uns?

  • Was verändert es in der Welt?
  • Welchen Werten entspricht es?
  • Sollte es einmal in Erinnerung bleiben, wenn Sie nicht mehr sein werden?
  • Würde es jemandem fehlen, wenn Sie es eine Zeit lang nicht tun könnten? Was genau würde fehlen, liegenbleiben?
  • Wo oder wem würde es ganz konkret fehlen?

3. Womit können wir Geld verdienen?

  • Ist es ein Beruf?
  • Kann man damit Einkommen erzielen?
  • Haben Sie weitere Einnahmen?

4. Worin sind wir gut?

  • Ist es eine Begabung oder ein Talent?
  • Können Sie damit der oder die Beste sein?
  • Haben Sie es gelernt?
  • Haben Ihnen andere gesgt, dass Sie gut sind darin?
  • Haben Sie weitere, vielleicht auch ungewöhnliche Fähigkeiten?

Schritt für Schritt sollte sich so Ihr persönliches Ikigai herausstellen. Es wird wichtig sein, die Überlegung zu wiederholen, an verschiedenen Tagen und in unterschiedlichen Stimmungen. Ergänzen Sie dabei Ihre Listen und lassen Sie sich Zeit.

Ikigai d - IKIGAI – Sinn des Lebens

- IKIGAI – Sinn des Lebens

Alle Bereiche sind gleichermaßen wichtig, auch das Thema Geld spielt im Ikigai eine Rolle. Nicht alles, das was wir gut können, macht uns auch Spaß. Nicht alles, das uns Spaß macht, wird auch bezahlt. Das ist die wichtige Erkenntnis hinter Ikigai. Was wir wollen, was wir gut können, was wir wichtig finden ist nicht unbedingt deckungsgleich mit dem, was bezahlt wird. In solchen Fällen fühlen wir uns leer, nutzlos, unsicher oder arm.

Tipps:

  • Blockieren Sie keine Antworten, weil sie Ihnen ungehörig oder inakzeptabel vorkommen. Wenn Sie den ganzen Tag über in der Sonne liegen und ein Buch lesen mögen, schreiben Sie genau das auf. Die übergeordneten Grundbereiche und der Ikigai ergeben sich aus den Schnittmengen der Bereich.
  • Auch Vorlieben, in denen Sie nicht perfekt sind, gehören ebenso auf die Liste. Schließlich lassen sich Fähigkeiten ausbauen, etwa durch einen Kurs.
  • Im Idealfall findet sich ein Ziel, Ihr persönliches Ikigai, das alle Bereiche vereint. Machen Sie dieses Ziel möglichst konkret, z. B. welcher Job, und planen Sie, wie Sie es erreichen können.

Und vor allem: halten Sie durch. Niederlagen gehören zum Leben.

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